Rafael Chirbes – Lesereise zu Crematorio

von Markus Trapp — 11.08.2008, 17:20 Uhr

Rafael Chirbes - Crematorio Rafael Chirbes kommt in diesem Herbst auf eine kleine Lesereise nach Deutschland und Österreich, um seinen in Kürze (09/2008) auf Deutsch erscheinenden Roman »Crematorio« vorzustellen.
Die Termine im Einzelnen:
25.09. Hamburg | 26.09. Hannover | 27.09. Bonn | 28.09. Köln | 29.09. Düsseldorf | 30.09. Frankfurt | 01.10. Berlin | 02.10. München | 03.10. Wien
Uhrzeit jeweils 19:30 Uhr, außer München 20 Uhr; Details zu den einzelnen Lesungen gibt es auf der Website des Kunstmann-Verlages unter Termine. Zur Lesung in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, mit der die Lesereihe startet, wird es rechtzeitig einen Hinweis im Stabi-Blog geben.

Rafael Chirbes - Krematorium Die deutsche Verlagsinformation1 kündigt den Roman mit diesen Worten an:

»Aus unterschiedlichen Perspektiven entsteht ein grandioses Gesellschaftspanorama: die Familie als Ort des Besitzdenkens, die Zerstörung der Umwelt, Bauspekulation, schmutzige Geschäfte, Korruption, Drogen. Sexualität als Ware und gleichzeitig letzter Halt gegen die Auflösung jeglicher Verbindungen.«

Eine Leseprobe aus »Krematorium«, der deutschen Übersetzung von Dagmar Ploetz, ist auch auf den Seiten des Kunstmann-Verlages einsehbar (oder direkt über diesen Link, Format:PDF, 22 S.).

Rafael Chirbes, der für »Crematorio« den Premio Nacional de la Crítica erhalten hat (siehe Papel en blanco), bezog im vergangenen Monat in der baskischen Zeitschrift Argia deutlich Stellung, als Aritz Galarraga ihn zum Interview bat. Dank der Übersetzung von Mikel Iturria liegt das Interview in seinem Blog Pedradas auch auf castellano vor. Chirbes antwortete dort auf die Frage:

Aritz: Su última novela es especialmente dura, un retrato ácido de la sociedad actual. ¿Estamos tan mal, señor Chirbes?

Chirbes: Si le digo la verdad, todo esto parece el fin de una era. Concluye el ciclo que comenzó con el Siglo de las Luces. El triunfo de la sinrazón y del individualismo es tan rotundo como el conseguido por Escipión el Africano en Cartago y, tras el triunfo, los campos han sido sembrados de sal para que no crezca nada nuevo. Ya no quedan ni las palabras de aquellos ideales del siglo XX: la lucha de clases, el proletariado y la revolución parecen ya términos de la prehistoria. Ahora no sabemos cuál es nuestro malestar y, por tanto, tampoco sabemos cómo denominarlo. Vemos una injusticia, pero nadie parece culpable. A quien se siente explotado le llaman inadaptado o se habla de mobbing. En vez de ir a las barricadas o a la reunión de la célula, ahora vamos al psicólogo.

Lesen Sie das komplette Interview auf Pedradas: Aritz Galarraga entrevista a Rafael Chirbes.

Weitere Informationen von und über Rafael Chirbes finden Sie auch auf cibera über eine entsprechende Abfrage der Metasuche cibera.

  1. Leider ermöglicht die Website von Kunstmann keine direkte Verlinkung. Sie erreichen die Information zum neuen Roman von Rafael Chirbes, wenn Sie auf der Website oben links unter Detailsuche Krematorium eingeben. []

Juan José Millás: Biografía de una mosca

von Markus Trapp — 03.08.2008, 17:10 Uhr

La Mosca. Quelle: Flickr Juan José Millás veröffentlicht heute in El País einen Essay, in dem er das Leben – und das unvermeidliche Sterben – zweier Fliegen über einige Wochen langzeitbeobachtet hat und in dem er sich Gedanken zu den Parallelen Mensch-Mücke macht. Protagonisten seiner mikroskopischen Beobachtungen zwischen Alltag, Poesie und Wissenschaft sind Catalina (in der Hauptrolle) und Prudén (in der Nebenrolle):

[…] Observado al microscopio, el capullo deja ver en su interior las distintas partes del animal: sus llamativos ojos (enormes y de un rojo bermellón intensísimo), su tórax, su abdomen, sus alas plegadas. Gracias a la paciencia y a los cuidados de Manolo Calleja, pude observar a Catalina (y a Pruden) en cada uno de esos estadios, todos ellos admirables, aunque ninguno tan extraordinario como el del alumbramiento. Si la naturaleza fuese sabia de verdad, sonaría una música de violines cada vez que sucede. Y es que, llegada que fue la hora, Catalina humedeció con una sustancia procedente de su trompa los bordes de una especie de opérculo situado en uno de los extremos del pupario, de modo que la puerta se abrió y ella asomó la cabeza, luego el tórax, con sus tres pares de patas que se agitaban en el aire con la elegancia de otras tantas batutas de un director de orquesta. […]

Weiter auf El País in der Reihe REPORTAJE – VIDAS AL LÍMITE: Biografía de una mosca.

Quellen von und über den spanischen Autor und Journalisten Juan José Millás finden Sie über die Metasuche cibera von cibera.
Foto: La Mosca von Gustavo (lu7frb) auf Flickr.

Fernando Pessoas multilinguale Notizen

von Markus Trapp — 24.07.2008, 17:18 Uhr

Caderno de notas de Fernando Pessoa

Die Biblioteca Nacional de Portugal veröffentlicht sorgsam aufbereitete Digitalisate von Fernando Pessoa: Caderno de notas de Fernando Pessoa. Pessoas multilinguale Notizen und Dichtungen in größtenteils portugiesischer, englischer und französischer Sprache. Eine wahre Schatztruhe ästhetischer und intellektueller Entdeckungen eröffnet sich den interessierten Besuchern des Portals. Wir haben die Website heute in die Iberolinks, die Datenbank der Internetquellen in cibera, aufgenommen cibera.

Quando eu não te tinha
Schauen Sie sich die detailgenau und übersichtlich aufbereiteten Notizen des großen portugiesischen Schriftstellers doch einmal an. Hier ein Beispiel aus den Digitalisaten: Quando eu não te tinha: / A. Caeiro.- 1914 Jul. 6.- 1 p. ; 10,6 x 13,3 cm. Ausführliche Beschreibung, Digitalisat in hoher Auflösung.

[via Libro de Notas]

SEDIC gibt Lesetipps für den Sommer

von Markus Trapp — 23.07.2008, 17:02 Uhr

SEDIC - Blog Das bibliothekarische Blog SEDIC1 hat den Monat Juli zum Lesetipp-Monat erklärt (Tema del mes de julio 2008: Leer en verano). Zuvor wurden die socios von SEDIC in einem Fragebogen nach Lektüreempfehlungen und (warum nicht?) Lektürewarnungen gefragt, sowie welche Bücher sie sich speziell für diesen Sommer vorgenommen haben. Die so entstandenen Lektüreempfehlungen und -warnungen werden nun nach und nach im SEDIC-Blog veröffentlicht. Nicht uninteressant zu sehen, was die Experten so ausgewählt haben und was sie zu den einzelnen Büchern in aller Kürze schreiben.

Hábitos de Lectura y Compra de Libros 2006 Am Rande erwähnt wird auf SEDIC eine Quelle für die hinlänglich bekannte Information, dass in Spanien sehr wenig gelesen wird, und zwar die Studie »Hábitos de Lectura y Compra de Libros 2006«. Die vom Verband der spanischen Verlage (Federación de Gremios de Editores de España)2 in Auftrag gegebene Studie wird in der Zusammenfassung von SEDIC wie folgt auf den Punkt gebracht:

…un 40% de los españoles no lee ningún libro a lo largo del año y un 49% realiza entre 1 y 12 lecturas, es decir una media inferior a una por mes. Por tanto el porcentaje de lectores que superan las 12 obras al año se limita al 11%.

Die im Januar 2007 veröffentlichte Studie bietet natürlich noch wesentlich genauere Daten zum Lektüre- und Buchkaufverhalten in Spanien. Sie umfasst 83 Seiten und kann hier im Format PDF heruntergeladen werden: »Hábitos de Lectura y Compra de Libros 2006«.

  1. In dem stets sehr informativen spanischen Gemeinschaftsblog berichten Informationsexperten aus den Bereichen Bibliothekswesen, Dokumentation und Archiv zu Themen Ihrer Arbeitsgebiete, siehe Selbstbeschreibung auf SEDIC []
  2. Bei SEDIC wird irrtümlicherweise der spanische Buchhandelsverband (CEGAL, Confederación Española de Gremios y Asociaciones de Libreros) als Auftraggeber der Studie angegeben. []

Balearisches Kurzfilmportal auf Dailymotion: ACIB

von Markus Trapp — 16.07.2008, 17:36 Uhr

Asociación de Cineastas de las Islas Baleares Die „Asociación de Cineastas de las Islas Baleares“ (ACIB) hat in Kooperation mit dem Videohoster Dailymotion ein Filmportal mit Kurzfilmen balearischer Regisseurinnen und Regisseure eingerichtet, auf dem die Filme in hoher Qualität betrachtet werden können: Dailymotion – ACIB.

Kurzfilm-Portal von ACIB bei Dailymotion Während die bei YouTube oder Dailymotion sonst zu findenden Werke oft in so schlechter Qualität vorliegen, dass an ein bildschirmfüllendes Betrachten im Großformat gar nicht zu denken ist, lohnt sich bei den im Kurzfilmportal auf Dailymoton gelisteten Filmen der Klick auf das Symbol großer Bildschirm in der Playerleiste der einzelnen Videos unten rechts.

Sehen Sie hier als Beispiel den Kurzfilm Niño Vudú des Premio Ramon Llull-Preisträgers Toni Bestard (*1973, Infoseite ACIB) aus dem Jahr 2004. Die Geschichte einer Adoleszenz auf Mallorca zu Zeiten des Besuches einer Rocklegende in La Palma Ende der Sechziger Jahre, Niño Vudú:

Denken Sie daran, vor dem Start des Cortos (Dauer: 21 Minuten) den Rat zu befolgen, den auch der Regisseur Toni Bestard in seinem Blog »El rincón del sapo« zum Betrachten des Filmes gibt:

Os dejo a continuación „Niño Vudú“, uno de mis cortos más queridos y al que dediqué más tiempo y energías. (Si lo agrandais lo seguireis viendo a muy buena calidad de imagen y sonido)


Niño Vudú
Hochgeladen von acib

Das Denken verordnen. Über Brigitte Schlieben-Lange

von Kirsten Sueselbeck — 14.07.2008, 13:38 Uhr

Brigitte Schlieben-Lange
B. Schlieben-Lange
Foto: Univ. Frankfurt

Über die Sprachwissenschaftlerin Brigitte Schlieben-Lange (1943-2000). Mitsamt einer kurzen Reflexion über den Nutzen der Variable „Geschlecht“ in der Linguistik.

Dem heutigen Idealbild der modernen Frau, die Familie und Berufskarriere zu vereinen weiß, hat Brigitte Schlieben-Lange wohl entsprochen: mit 27 Jahren war sie bereits promoviert, mit 31 Jahren bekleidete sie ihren ersten Lehrstuhl für Romanische Philologie und Allgemeine Sprachwissenschaft in Frankfurt/Main. 1991 wurde sie zur Nachfolgerin des berühmten romanistischen Sprachwissenschaftlers Eugenio Coseriu in Tübingen berufen. Während sie die Sprachwissenschaft mit bahnbrechenden Monographien revolutionierte und verschiedenste Ämter bekleidete, erzog und versorgte sie nicht weniger als vier Kinder.

Viele Nachrufe auf die anno 2000 mit 57 Jahren sehr jung verstorbene Sprachwissenschaftlerin rühmen ihre Doppelrolle als Wissenschaftlerin und Mutter. In einer Gedenkfeier in der Stiftskirche am 22.06.2001 sagte z.B. Peter Koch (Tübingen): „Uns fehlt eine Frau, die uns in beeindruckender Weise vorlebte, wie man mit vollem Einsatz zugleich Wissenschaftlerin, Familienmutter und so vieles andere sein kann.“ (Koch 2001). Wolfgang Raible (Freiburg) hob in seinem Nachruf der Heidelberger Akademie der Wissenschaften hervor, dass Brigitte Schlieben-Lange, obwohl sie zugleich die Mutterrolle meisterte, „doch nie auf einen ‚Frauenbonus’ angewiesen“ gewesen sei (Raible 2001).

Möglicherweise wäre Brigitte Schlieben-Lange ihre Idealisierung als überdurchschnittlich leistungsfähige Frau, die es ganz alleine und allem zum Trotz schafft, unangenehm gewesen, denn sie war keine Person, die sich gern hätte in gesellschaftliche Idealbilder einpassen lassen: Sie war eine Querdenkerin, eine, die hartnäckig und unerlässlich ihren ganz eigenen Blickwinkel verteidigte. Den Rest des Beitrages lesen »

21. Deutscher Katalanistentag »Sprache und Migration«

von Markus Trapp — 10.07.2008, 10:19 Uhr

Flagge Katalonien »Llengua i migració« – »Sprache und Migration« ist der Titel des 21. Deutschen Katalanistentages, der vom 9. – 11. Oktober 2008 an der Universität Kiel stattfinden wird.

Im Call for Papers heißt es:

Wenige Phänomene haben so viele Auswirkungen in der modernen katalanischen Gesellschaft gezeigt wie das der Migration. In der Tat spricht man heute von Katalonien (und insgesamt von den Katalanischen Ländern) als einem Einwanderungsland. Die zahlreichen Folgen dieser Entwicklung sind auf vielen verschiedenen Feldern feststellbar. Sie betreffen den Sprachgebrauch und die Sprachentwicklung, den Diskurs über die katalanische Identität sowie wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Aspekte verschiedener Art.

Website des Katalanistentages 2008 an der Uni Kiel Die Organistatoren Prof. Dr. Ulrich Hoinkes, Universität Kiel, und Bàrbara Roviró, Universität Bremen, erwarten die Vorschläge interessierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Beiträge von 30 Minuten (in den Sprachen Katalanisch, Deutsch, Englisch und Spanisch) bis zum Ende diesen Monats (31. Juli 2008).

Alle Adressen und erste Informationen (Programm, Anreise, Unterkunft) finden Sie auf der zweisprachigen Tagungswebsite (dt./katalan.) http://www.catalanistica.uni-kiel.de.

Brigadistas und Podiumsdiskussion zum Spanischen Bürgerkrieg

von Kulturabteilung Spanische Botschaft — 07.07.2008, 15:10 Uhr

Cover Brigadistas
Eine Sängerin trägt Ay Carmela auf einer Abend-
veranstaltung in Zaragossa vor. Foto: D. Burkholz

Hiermit möchten wir auf die Präsentation des Dokumentarfilms »Brigadistas« von Daniel Burkholz hinweisen, die am Dienstag, 15. Juli 2008, um 20 Uhr, im Kino Central, Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin, mit anschließender Podiumsdiskussion („Welche Auswirkungen hat der Spanische Bürgerkrieg auf das Spanien von heute?“) stattfinden wird.

Die Moderation wird der ehemalige MdB und Vorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Prof. Heinrich Fink, übernehmen. Die Widerstandskämpferin Lore Krüger, der Direktor des Cervantes Instituts Berlin Gaspar Cano Peral, die Schriftstellerin Mercedes Alvarez, der
Politologe Prof. Ignacio Sotelo und der Regisseur Daniel Burkholz werden ebenfalls an der Podiumsdiskussion teilnehmen.

El País schrieb über »Brigadistas« im Artikel »Regreso a la trinchera«:

El protagonista absoluto del filme es el testimonio en primera persona de estos hombres y mujeres que se prestaron libremente a luchar por las libertades de un país desconocido al que retornan ahora, en el final de sus vidas, para recibir un agradecido reconocimiento del pueblo español.

Den Trailer zum Film sehen Sie hier:


Direktlink YouTube

Ausführliche Informationen (Hintergrund, Pressespiegel, Fotos) zu »Brigadistas« finden Sie auf den Seiten von Roadside.

Der Film wird im spanischen Original mit deutschen Untertiteln gezeigt. Wer den Dokumentarfilm in Berlin nicht sehen kann, hat noch eine Chance ihn bei der im Rahmen der medica mondiale stattfindenden Aufführung in Köln am Samstag, den 19. Juli ab 21 Uhr zu betrachten (nähere Informationen siehe Roadside).