Anatol Stefanowitsch: Reform der portugiesischen Orthographie

von Markus Trapp — 27.05.2008, 10:49 Uhr

Vorbemerkung: In der noch im Wachstum begriffenen wissenschaftlichen Blogosphäre gibt es kontinuierlich lesenswerte Artikel zu entdecken. Das ist für alle, die sich mit diesem neuen Veröffentlichungsumfeld beschäftigen, keine Neuigkeit mehr. Andere näheren sich diesem Gebiet mit einer gewissen Skepsis, was ja auch verständlich und im freien – meist ohne editoriale Instanzen auskommenden – Netz durchaus angebracht ist. Mit dem ciberaBlog wollen wir aber unter anderem den Beweis antreten, dass es eben sehr wohl lesens- und beachtenswerte wissenschaftliche Texte bzw. gute Hinweise auf wissenschaftliche Themen im Internet gibt. Der Blogartikel des Bremer Linguisten und Juniorprofessors Anatol Stefanowitsch ist so einer.

Weltkarte der portugiesischen Sprache
Bildnachweis: Die portugiesischsprachige Welt (Quelle: Wikipedia)

Im Bremer Sprachblog widmet sich Anatol Stefanowitsch der umstrittenen Reform der portugiesischen Orthographie:

Die Reform, auf die sich Portugal mit sieben weiteren portugiesischsprachigen Ländern (nämlich Brasilien, Angola, Mosambik, Osttimor, den Kapverden, Guinea-Bissau und São Tomé e Príncipe verständigt hat), ist die bislang letzte in einer langen Reihe von manchmal mehr, aber meistens weniger gut koordinierten Reformen, die Portugal und Brasilien seit 1911 an ihren jeweiligen Orthografien durchgeführt haben (die englischsprachige Wikipedia hat einen eigenen Eintrag zu diesen Reformen).

Sehr schön bringt er die Fehlinterpretationen in der englischsprachigen Presse auf den Punkt und nennt zum Abschluss die lesenswerte Alternative zu den anglo-amerikanischen Fehldeutungen, die Thomas Fischer in der Neuen Züricher Zeitung Ende April veröffentlicht hatte. Doch lesen Sie erst, was das »Bremer Sprachblog« zur Reform der portugiesischen Orthographie schreibt: »Care for a little linguistic necrophilia?«

So recherchieren deutsche Wissenschaftler

von Annette Kolbe — 22.05.2008, 08:01 Uhr

Rund 90% der deutschen Wissenschaftler haben noch kein Suchportal gefunden, das ihren Anforderungen gerecht würde. Das ergab eine noch unveröffentlichte Untersuchung zur Nutzung virtueller Fachbibliotheken, die die ZBW Kiel für die Deutsche Forschungsgemeinschaft in Auftrag gegeben hat.
Die erste Adresse für suchende Wissenschaftler ist – wenig überraschend – Google: 82% der Befragten benutzen Google mehr als zehnmal pro Monat. Vergleichsweise häufig besuchte Anlaufstellen sind weiterhin die Online-Kataloge der Bibliotheken, die von 53% der Befragten entsprechend oft angesteuert werden und Wikipedia mit 44%.

Im Ranking folgen universitäre Homepages, Online-Dienste der Bibliotheken, der KVK, die EZB, Amazon und die ZDB. Die virtuellen Fachbibliotheken bilden in der Umfrage mit einer Nutzung von unter 10% der befragten Akademiker das Schlusslicht und liegen damit fast gleich auf mit Google Scholar, das ein Viertel der Befragten nicht mal kannte.

Mein Fazit: In erster Linie muss die Bekanntheit von Fachportalen durch gezielte Werbung verbessert werden. Da der Schwellenwert für die Berücksichtigung in der Studie bei einer Anzahl von nur 10 Besuchen pro Monat liegt, ist insgesamt von einer geringen Nutzung von Online-Angeboten auszugehen. Daher sollte mit Schulungsangeboten zur Online-Recherche für Akademiker die allgemeine Akzeptanz entsprechender Möglichkeiten erhöht werden.

Darüber hinaus müssen die Fachportale ihre Kernkompetenzen stärken und nach außen kommunizieren: Virtuelle Fachbibliotheken können und wollen keine Konkurrenz zu Google sein, sondern Dienste von der Wissenschaft für die Wissenschaft.

Damit meine ich beispielsweise:
– Einstiegspunkte in das Deep Web, das von Google nicht durchsucht wird (Stichwort Fachdatenbanken)
– Bereitstellung von Quellen nach speziell wissenschaftlichen Kriterien (Stichworte Fachinformationsführer mit inhaltlicher und formaler Qualitätskontrolle, intellektuelle Verschlagwortung, evtl. Möglichkeit zur Kommentierung durch Nutzer)
– Zusammenstellung von inhaltlichen Schwerpunkten, wissenschaftlich aufbereitet (Stichwort Themenportale)
– Möglichkeiten zur Diskussion und Interaktion mit Wissenschaftlern

Quelle: c’t 2008 Heft 11, S.49, Richard Sietmann /anm: Forscher mögen Google

Fado & Poesia in Hamburg

von Markus Trapp — 20.05.2008, 16:17 Uhr

Luis de Camões - Foto Wikipedia »Der Fado kommt in die Bibliothek«, könnte man eine am kommenden Sonntag (25. Mai 2008, 16 Uhr) in Hamburg stattfindende Veranstaltung annoncieren. Doch nicht nur die portugiesische Musik hält Einzug in die Stabi Hamburg, nein auch die portugiesische Poesie. Vertonte Gedichte von Luís de Camões werden von bekannten Fadistas gesungen und von Regina Correia und Maralde Meyer-Minnemann vorgetragen.

[Update 21.05.08: Wie wir soeben von den Veranstaltern erfahren haben, wird die Musikbegleitung nicht live sondern durch Einspielen von Tonträgern erfolgen.]

Wie man sich eine Vertonung von Camões-Gedichten vorstellen kann, zeigt zum Beispiel auch die Interpretation der jungen portugiesischen Fado-Sängerin Ana Moura:


Direktlink YouTube

Diese Poesie in der Fado-Umsetzung live im Vortragsraum der Stabi Hamburg erleben zu können, sollten sich die an portugiesischer Kultur Interessierten in und um Hamburg am Sonntag, den 25. Mai, 16:00 Uhr nicht entgehen lassen. Der Eintritt ist frei. Ihr Kommen sicher nicht umsonst.

Eine Veranstaltung des Centro de Língua Portuguesa (Instituto Camões), der Portugiesisch-Hanseatischen Gesellschaft e.V. und des Grupo Dinamizador da Cultura Portuguesa em Hamburgo.

Fado-Site mit Informationen zu dieser portugiesischen Musik Weitere inhaltliche Informationen, wie zum Beispiel den Verweis auf eine zweisprachige Fado-Site (portugiesich/englisch; siehe Abbildung rechts), finden Sie auch in cibera cibera:
– zu Fado
– zu Luís de Camões

[via Stabi-Blog]

Broschüre der Spanischen Botschaft: ‚Spanien Kultur‘

von Markus Trapp — 15.05.2008, 14:31 Uhr

Spanien Kultur 02 /2008 - Modell des Kongresszentrums Expo 2008 in Zaragoza Unter dem Titel »Spanien Kultur« informiert die Kulturabteilung der Spanischen Botschaft in Berlin seit Jahren die an der Kultur Spaniens interessierte Öffentlichkeit über entsprechende Veranstaltungen in Deutschland. Alle vier Monate erscheint das postkartengroße Kulturbulletin mit einem Überblick über das weit gefächerte spanische Kulturprogramm.

Editorial von 'Spanien Kultur'

Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und Theateraufführungen quer durch die Republik werden vorgestellt. In diesen Tagen ist die neueste Ausgabe (Mai-August ’08) erschienen. Dort wird u.a. hingewiesen auf die Berliner Ausstellung über die beiden Architekten des Kongresszentrums der Weltausstellung in Zaragoza 2008, Nieto und Sabejano, (25.4.-30.5.08, Info), auf Spanisches Kino in Regensburg, Dresden und Emden, und auf die Lesung mit Juan Goytisolo an der Freien Universität Berlin (22.5.08, Info), um nur einige zu nennen.

Reichhaltiges Kulturprogramm im handlichen Format

Wenn Sie in den Verteiler dieser praktischen Veranstaltungsübersicht aufgenommen werden möchten, schreiben Sie eine kurze E-Mail an die Kulturabteilung der Spanischen Botschaft (Kultur -at- spanischebotschaft.de1) und übermitteln Sie Ihre Anschrift. An die gleiche Adresse können Sie der Spanischen Botschaft auch Beiträge zur Spanischen Kultur melden.

Den vergangenen Kulturkalender (Januar – April) kann man übrigens komplett als PDF (3,4 MB) auf dieser Site der Kulturabteilung der Botschaft auf seinen Rechner laden, ich vermute, dass der aktuelle (Mai – August) in den nächsten Tagen dort ebenfalls zu finden sein wird.

  1. Spamschutz: -at- bitte durch @ ersetzen []

Picassos Guernica in 3D

von Markus Trapp — 09.05.2008, 19:28 Uhr


Direktlink YouTube

Pablo Picassos unvergleichliches Bild Guernica wird in diesem digitalen Kunstprojekt um eine dritte Dimension erweitert. Beeindruckend und verstörend zugleich.

Die Künstlerin Lena Gieseke über ihr Projekt:

My primary intention for the project was to create a provoking and deep contemplation of Pablo Picasso’s Guernica. Is my model a true reconstruction of the Picasso’s painting, or is it merely a rough re-visualization? Is it still Picasso’s art or has it, through my addition of third dimension, become something completely different? It is not my place to answer those questions nor to determine the relationship between my three-dimensional reproduction and the original painting.

Informationen zu Guernica in cibera cibera.

[via ALT1040]

Bürgerzeitung ‚Noticias Latinoamérica‘

von Markus Trapp — 05.05.2008, 13:46 Uhr

Noticias LA Morgen startet mit »Noticias Latinoamérica« ein ambitioniertes lateinamerikanisches Projekt einer sogenannten Bürgerzeitung. Transnational mit zunächst argentinischer, chilenischer und bolivianischer Beteiligung wird auf NoticiasLa.com eine kollaborativ erstellte Nachrichtenquelle entstehen, die es sicherlich wert ist, betrachtet zu werden.

Etwa so wird das Portal aussehen - Screenshot NoticiasLa von Sebastian Molina Der stets gut informierte spanische Journalist Pau Llop gerät – auch weil er einen großen Teil der Organisatoren des Projektes kennt – regelrecht ins Schwärmen und berichtet über den anstehenden Start von NoticiasLA in seinem Blog e-contenidos: »Este martes nace un sueño: Noticias Latinoamérica«:

El próximo martes 6 de mayo nace NoticiasLa.com, un periódico ciudadano panlatinoamericano. Las voces ciudadanas de varios países (por ahora, Argentina, Chile y Bolivia) unidas en un periódico que es en su misma idea un hermoso sueño hecho realidad.

Zwei weitere Vorberichte von Mitbegründern des Projektes:
Sebastián Lorenzo (Argent.): »NOTICIASLA.com, sin temor a experimentar…«
Sebastián Molina (Bolivien): »A pocos días«

Überblick über Soziale Netzressourcen

von Markus Trapp — 29.04.2008, 14:22 Uhr

Der spanische Informationswissenschaftler José Luis Orihuela von der Universidad de Navarra, den ich bereits im Artikel »Diálogos de Comunicación: Themenschwerpunkt Blogs« als Referenz für informationswissenschaftliche Themen kurz vorgestellt hatte, macht wieder einmal auf eine seiner wertvollen Überblicksarbeiten aufmerksam. In seinem Blog eCuaderno präsentiert er einen kontinuierlich aktualisierten Überblick über Soziale Netzressourcen: »Medios en la red: un inventario de recursos y experiencias«.

Medios en la Red - Tabellarische Übersicht von José Luis Orihuela Dort werden kollaborative Dienste wie Weblogs, Podcasts oder selbst konfigurierbare Portalseiten vorgestellt. Die tabellarische Struktur hält die Informationen trotz der Ausführlichkeit recht übersichtlich. Jeweils dargestellt werden neben den konkreten Adressen die Konzepte der Dienste und es erfolgt eine Einschätzung des Potentials dieser Services. Internationale, meist spanischsprachige Beispiele verdeutlichen die Anwendungsmöglichkeiten.

Im Prinzip hat man so bereits eine gute Grundlage für eine beinahe schon komplett ausgearbeitete Unterrichtseinheit »Soziale Medien im hispanischen Kulturraum«, die zudem noch kontinuierlich aktualisiert wird. Da José Luis Orihuela sich bewusst ist, dass eine solche Übersicht keinesfalls allumfassend sein kann, zumal in einem Medienbereich, der stetem Wandel unterliegt, fordert er zu Erweiterungsvorschlägen über die Kommentarfunktion auf. Wenn Ihnen also weitere Dienste bekannt sind, die Sie vielleicht im Rahmen Ihrer Unterrichtsvorbereitung schon kennengelernt haben, freut sich die Fachcommunity – ganz im Sinne einer Web2.0-Zusammenarbeit – über Ihre Ergänzung.

Der Überblick wird in zwei Formaten angeboten: als Website in HTML oder als ausdruckbares PDF (z.Zt. 7 Seiten). Beides stets erreichbar unter der Adresse ecuaderno.com/medios. Vielleicht schauen Sie sich die anschauliche Übersicht und einige der dort vorgestellten Beispiele ja einmal an.

Neue Spanische Regierung

von Markus Trapp — 14.04.2008, 14:00 Uhr

Heute Nachmittag tritt die neue Regierung Spaniens nach der Vereidigung durch König Juan Carlos zu ihrer ersten Sitzung in Madrid zusammen. Zum ersten Mal in der Geschichte Spaniens werden mehr Ministerien von Frauen als von Männern geleitet, und mit der 37-jährigen Carme Chacón wird zum ersten Mal das Verteidigungsministerium von einer Frau geführt.

Amanece en Cádiz - Blog von Bibiana Aído Eine weitere Neuerung im Kabinett, welche die zunehmende Bedeutung des Themas Web 2.0 auch im politischen Alltag auf der Iberischen Halbinsel dokumentiert: Mit der Gleichstellungsministerin (Ministra de Igualdad) Bibiana Aído gibt es erstmals auch eine spanische Ministerin mit Blog:
«Amanece en Cádiz».

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