Francisco Casavella (1963-2008)

von Markus Trapp — 18.12.2008, 14:49 Uhr

Eine traurige Nachricht erreicht uns aus Spanien: der Schriftsteller und Nadal-Preisträger Francisco Casavella ist gestern in seiner Heimatstadt Barcelona im Alter von 45 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Casavella wurde gerade erst im Januar diesen Jahres für seinen Roman »Lo que sé de los vampiros« (dt.: »Was ich über die Vampire weiß«) mit dem Premio Nadal ausgezeichnet.

Un infarto se llevó ayer a los 45 años al autor de ‚Lo que sé de los vampiros‘.

Weiter auf El País: »Francisco Casavella, ganador del Premio Nadal«.

Sehen Sie hier Francisco Casavella in einem Interview auf La2 Noticias anlässlich der Verleihung des Premio Nadal:


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Academia Guatemalteca de la Lengua Española

von Markus Trapp — 11.12.2008, 16:16 Uhr

Asociación de Academias de la Lengua Española Kürzlich erreichte uns über das Kontaktformular des ciberaBlogs eine Nachricht von D.ª María del Carmen Meléndez de Alonzo, ihres Zeichens Mitglied der Academia Guatemalteca de la Lengua Española, die uns freundlicherweise darauf hinwies, dass die Sprachakademie ihres Landes seit Oktober diesen Jahres auch ein Weblog führt. Ehe ich Ihnen das Blog hier vorstelle, kurz noch etwas zur Organisation der Spanischen Sprachakademien:

Einen guten Überblick über die Spanischen Sprachakademien gibt der Wikipedia-Artikel Asociación de Academias de la Lengua Española, wo die Akademien – geordnet nach Gründungsjahr – aufgelistet sind. Die älteste – nach der 1713 gegründeten Real Academia Española – ist die Academia Colombiana de la Lengua (gegründet 1871). Die Academia Guatemalteca de la Lengua Española gehört mit ihrem Gründungsjahr 1887 aber auch noch zu den älteren Sprachakademien auf dem amerikanischen Kontinent.

Academia Guatemalteca de la Lengua Española In ihrem Weblog, das gleichzeitig die Internetpräsenz der Academia Guatemalteca de la Lengua Española ist, berichtet die guatemaltekische Sprachakademie über die Abbildung der Spanischen Sprache vor allem in den Medien des Landes und klärt Zweifel zum korrekten Einsatz der spanischen Sprache. Dies tut sie etwa in dem im November 2008 veröffentlichten Artikel »¿Es correcto usar el verbo „empoderar“ y el sustantivo „empoderamiento“?«:

Con alguna frecuencia estas palabras aparecen en los periódicos y otras publicaciones, por el influjo del idioma inglés (to empower, empowerment) que lo ha popularizado.

Der kurze Text behandelt ein sprachliches Phänomen, das Miguel Rodríguez Mondoñedo (Indiana University, USA) bereits im Jahr 2006 in seinem Blog »La Peña Lingüística« erörtert und mit Beispielen belegt hatte: »Empoderar«.

Ich halte den Einsatz eines Weblogs, um Phänomene der Spanischen Sprache zu publizieren, für sehr gelungen, da über diesen Weg auch eine Kommunikation über die geschilderten Varianten der spanischen Sprache möglich ist. Wenn Sie die neuesten Meldungen der Academia Guatemalteca de la Lengua Española automatisch beziehen möchten, empfehle ich Ihnen den RSS-Feed des Blogs zu abonnieren. Falls das Thema RSS für Sie noch neu ist: Informationen dazu finden Sie im Auftaktartikel zu einer Web 2.0-Inforeihe, die ich mit meiner Kollegin Anne Christensen im Weblog der Stabi Hamburg geschrieben habe: »Wie Sie mit RSS-Feeds auf dem Laufenden bleiben können«.

Katalanischlernen mit Parla.cat

von Markus Trapp — 03.12.2008, 17:59 Uhr

Parla.cat - Potal zum Katalanischlernen Parla.cat ist ein Angebot der katalanischen Regierung, das in Zusammenarbeit mit dem Institut Ramon Llull entwickelt wurde und das sich sowohl an Katalanisch-Lernende als auch an Katalanisch-Lehrende wendet. In der Selbstbeschreibung heißt es unter anderem:

Parla.cat ist ein virtueller Raum zum selbstständigen Lernen, in dem Material zum Erwerb der katalanischen Sprache allen Interessierten zugänglich gemacht wird.

Einen Überblick zu den einzelnen Modulen von Parla.cat geben die mehrsprachig vorhandenen Demos, die gleichzeitig den Sprachenkreis abgrenzen, an den sich der Selbstlernkurs wendet: Einführungen gibt es auf Spanisch, Katalanisch, Englisch, Französisch und Deutsch. Erste Informationen hält auch dieses kurze katalanische Demonstrationsvideo bereit:


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Wir haben parla.cat auch in den Fachinformationsführer von cibera aufgenommen. Weitere Internetquellen zum Katalanischen finden Sie dort etwa mit einer Abfrage nach catalácibera.

Biblioteca Escolar Digital

von Markus Trapp — 27.11.2008, 14:12 Uhr

Biblioteca Escolar Digital de PRIMARIA Der Einzug der neuen Medien und der vernünftige Einsatz des Internets sind in der schulischen Bildung nicht mehr wegzudenken. Dort, wo es mit gut durchdachten didaktischen Konzepten geschieht, ist dies durchaus eine sehr begrüßenswerte Tendenz. Bestes Beispiel dafür ist das Bildungsportal Biblioteca Escolar Digital, konzipiert und ins Leben gerufen von der Fundación Germán Sánchez Ruipérez. Das Angebot versteht sich als…

…una herramienta didáctica para profesores, alumnos, padres, pedagogos e investigadores del mundo de la educación.

Biblioteca Escolar Digital InfantilVon der Eingangsseite aus sind zwei nach Altersstufen gestaffelte Portale zu erreichen: die Biblioteca Escolar Digital de PRIMARIA (s. Abb. oben) und die Biblioteca Escolar Digital Infantil (s. Abb. links). Während der Einsatz der neuen Medien gerade für die zuletzt genannte Zielgruppe der Drei- bis Fünfjährigen meines Erachtens wirklich nur sehr dosiert vorgenommen werden sollte, zeichnet sich das erstgenannte Primaria-Portal durch einen altersgerechten Umgang mit dem Netz aus. Mit interessanten Informationen sowohl für die Lehrenden als auch für die Lernenden. Wenn Sie schon dazu übergegangen sind RSS-Feeds (Info) zu nutzen, empfehle ich Ihnen den Bezug der neuesten Nachrichten durch den Feed Noticias Primaria.

Dort stoßen Sie dann auf so sinnvolle Tipps wie die Mapa Web 2.0, den gelungenen Versuch einer Kartierung des von vielen als verwirrend empfundenen Wirrwarrs aus Mitmach-Diensten:

Mapa Web 2.0

Die gut gruppierte Übersicht ist auf der Seite internality.com/web20 mit einer Creative Commons Lizenz (Info) zur freien Nachnutzung veröffentlicht worden und wird dort in verschiedenen Formaten zum Download angeboten. Etwa als PDF mit allen Links auf die aufgeführten Dienste, oder als Wiki: Mapa Web 2.0.

Wir werden das gut gemachte Bildungsportal jedenfalls in die Iberolinkscibera, den Fachinformationsführer der Virtuellen Fachbibliothek cibera, aufnehmen. Vielleicht schauen Sie sich die Biblioteca Escolar Digital ja einmal an.

[via Libro de Notas]

Reihe des spanischsprachigen Films in Saarbrücken

von Markus Trapp — 18.11.2008, 15:18 Uhr

Am Donnerstag beginnt im Saarbrücker Filmhaus wieder einmal eine Reihe des spanischsprachigen Films. Ausgewählt wurden die Filme von Prof. Neuschäfer, dessen Artikel über Almodóvar neulich hier im Blog zu lesen war. Dem interessierten Publikum im Saarland präsentiert Prof. Neuschäfer im Wochenrhythmus bis zum 11. Dezember vier äußerst sehenswerte spanische Filme aus der jüngeren Produktion im spanischen Original mit englischen Untertiteln:

Do, 20.11.08, 20:00: »Te doy mis ojos«:

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Von Iciar Bollaín. Spanien 2003, 103 min. Info.

Do, 27.11.08, 20:00: »Mataharis«:

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Von Iciar Bollaín. Spanien 2007, 95 min. Info.

Do, 4.12.08, 20:00: »Habana Blues«:

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Von Benito Zambrano. Spanien/Kuba 2005, 119 min. Info.

Do, 11.12.08, 20:00: »El método«:

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Von Marcelo Piñeyro. Argentinien/Spanien 2004, 117 min. Info.

Die einzelnen hier verlinkten Filminformationen finden Sie in der Zusammenstellung auch auf der Website von Prof. Neuschäfer.

Blogauszeichnungen: Premios Bitácoras 2008

von Markus Trapp — 16.11.2008, 20:10 Uhr

Evento Blog España Heute ist in Sevilla die Blog-Konferenz »Evento Blog España« zu Ende gegangen. Teile der Blogosphäre der Iberischen Halbinsel und Lateinamerikas tauschten sich drei Tage lang im Süden Spaniens über netzrelevante Themen aus und versuchten eine »visión hispana de Internet« zu entwickeln (s. Veranstaltungsprogramm).

Bereits gestern wurden auf der Veranstaltung die Gewinner der Premios Bitácoras 2008 Blog-Abstimmung verkündet. Bereits zum vierten Mal richtete das Portal bitacoras.com dies Blogauszeichnungen aus, deren Gewinner durch eine kombinierte Online-Abstimmung und durch ausgewählte Blogger ermittelt wurden. Unter den prämierten Blogs sind sowohl einige dabei, die hier im Blog schon vorgestellt wurden, als auch welche, die es noch zu entdecken gilt:

Bestes Journalistisches Blog 2008: 233grados

Als Bestes Journalistisches Blog 2008 wurde 233grados ausgezeichnet. In der Selbstbeschreibung von 233grados heißt es:

233grados.com es un blog sobre el futuro de los medios de comunicación. También es la temperatura a la que arde el papel.

Seine Philosophie und sein Verständnis von Online-Journalismus stellt die Redaktion von 233grados in 10 Thesen vor.

Und hier alle Preisträger der »Premios Bitácoras 2008«. Viel Spaß beim (Wieder-)Entdecken:

Neue Kommentatoren auf Público – Antonio Orejudo zur spanischen Vergangenheitsbewältigung

von Markus Trapp — 07.11.2008, 14:38 Uhr

Opinión: Neue Mitglieder bei Público Die spanische Zeitung Público, die wir Ihnen im Juni schon einmal vorgestellt haben, hat ihre Sektion Opinión durch eine Vielzahl neuer Kommentatoren erweitert. Dazu zählen so renommierte Persönlichkeiten wie der Hispanist Ian Gibson, der Politologe und Schriftsteller Carlos Taibo, der Verfassungsrechtler Francisco Balaguer oder die gerade erst mit dem Premio Espasa de Ensayo ausgezeichnete1 Schriftstellerin und Journalisten Ana R. Cañil. Alle neuen Kommentatoren finden Sie in der Vorstellung auf Público.

Ein Mitglied der erweiterten Rubrik »Opinión«, der Historiker und Schriftsteller Antonio Orejudo2, ist in diesen Tagen in deutscher Übersetzung in der Neuen Zürcher Zeitung zu lesen. Anlässlich der Anklage des Untersuchungsrichters Baltasar Garzón gegen Francisco Franco und gegen weitere Personen wegen möglicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit und unter Bezug auf die Öffnung von Massengräbern, darunter dem von Federico García Lorca, beschreibt Orejudo, wie schwer Spanien sich noch immer mit der Bewältigung seiner jüngeren Vergangenheit tut. Und er findet dabei deutliche und treffende Worte:

Kein Land kann seine Geschichte auf der Fälschung seiner Vergangenheit aufbauen. Nicht weil dies unmoralisch ist, sondern weil es – wie unmoralisch auch immer – unmöglich ist. Früher oder später tritt die Vergangenheit ans Licht, und die Gemordeten ziehen ihre Mörder zur Rechenschaft.
[…]
Der spanische Staat wäre dazu längst verpflichtet gewesen, ohne dass ihn eine richterliche Anordnung dazu zwänge. Man hat sich davor gescheut, weil die Baumeister der neuen Demokratie und Erben des Franquismus dessen wahres Antlitz vor der Geschichte verbergen zu können vermeinten: das eines blutrünstigen Unrechtsregimes, das seine Widersacher nach dem Bürgerkrieg physisch und moralisch zu vernichten trachtete.

Lesen Sie weiter in der NZZ: »Franco einsperren, Lorca ausgraben« – Spanien beschäftigt sich weiterhin ungern mit seiner Vergangenheit (NZZ-Artikel vom 5.11.2008).

  1. Siehe Meldung La Vanguardia: La periodista Ana R. Cañil sucede a Boadella en el palmarés del Premio Espasa de Ensayo []
  2. Antonio Orejudo ist in Deutschland auch bekannt durch seinen 2006 erschienenen Roman »Feuertäufer« (»Reconstrucción«), übersetzt von Christian Hansen []

Tzvetan Todorov: Príncipe de Asturias-Preisträger für Sozialwissenschaften

von Markus Trapp — 27.10.2008, 21:55 Uhr

Zitat Tzvetan TodorovTzvetan Todorov hat in der Vorwoche den Príncipe de Asturias-Preis 2008 für Sozialwissenschaften in Oviedo in Empfang genommen. Der in Bulgarien geborene und in Paris lebende Philosoph, Soziologe und Linguist, um nur einige seiner Forschungsschwerpunkte zu nennen, hat in seiner Dankesrede1 einige Punkte angesprochen, die immer schon Teil seiner Forschung waren und die angesichts der europäischen und weltweiten Migrationsprozesse aktueller denn je sind:

Por cómo percibimos y acogemos a los otros, a los diferentes, se puede medir nuestro grado de barbarie o de civilización. Los bárbaros son los que consideran que los otros, porque no se parecen a ellos, pertenecen a una humanidad inferior y merecen ser tratados con desprecio o condescendencia. Ser civilizado no significa haber cursado estudios superiores o haber leído muchos libros, o poseer una gran sabiduría: todos sabemos que ciertos individuos de esas características fueron capaces de cometer actos de absoluta perfecta barbarie. Ser civilizado significa ser capaz de reconocer plenamente la humanidad de los otros, aunque tengan rostros y hábitos distintos a los nuestros; saber ponerse en su lugar y mirarnos a nosotros mismos como desde fuera. Nadie es definitivamente bárbaro o civilizado y cada cual es responsable de sus actos.

Zentraler Gedanke seines Diskurses ist die Frage, wie wir Fremde wahr- und aufnehmen. Das stellt auch Juan José García-Noblejas heraus, in dessen Blog scriptor.org ich auf die Dankesrede Todorovs gestoßen bin. García-Noblejas hatte bereits im Juni, bei Bekanntgabe der Vergabe ausgeführt, warum es sich bei Todorov um einen verdienten Preisträger handelt.

Den Rest des Beitrages lesen »

  1. Download der Dankesrede als Word-Dokument bei El País, 1 Seite auf spanisch []