Fernando Pessoas multilinguale Notizen

von Markus Trapp — 24.07.2008, 17:18 Uhr

Caderno de notas de Fernando Pessoa

Die Biblioteca Nacional de Portugal veröffentlicht sorgsam aufbereitete Digitalisate von Fernando Pessoa: Caderno de notas de Fernando Pessoa. Pessoas multilinguale Notizen und Dichtungen in größtenteils portugiesischer, englischer und französischer Sprache. Eine wahre Schatztruhe ästhetischer und intellektueller Entdeckungen eröffnet sich den interessierten Besuchern des Portals. Wir haben die Website heute in die Iberolinks, die Datenbank der Internetquellen in cibera, aufgenommen cibera.

Quando eu não te tinha
Schauen Sie sich die detailgenau und übersichtlich aufbereiteten Notizen des großen portugiesischen Schriftstellers doch einmal an. Hier ein Beispiel aus den Digitalisaten: Quando eu não te tinha: / A. Caeiro.- 1914 Jul. 6.- 1 p. ; 10,6 x 13,3 cm. Ausführliche Beschreibung, Digitalisat in hoher Auflösung.

[via Libro de Notas]

SEDIC gibt Lesetipps für den Sommer

von Markus Trapp — 23.07.2008, 17:02 Uhr

SEDIC - Blog Das bibliothekarische Blog SEDIC1 hat den Monat Juli zum Lesetipp-Monat erklärt (Tema del mes de julio 2008: Leer en verano). Zuvor wurden die socios von SEDIC in einem Fragebogen nach Lektüreempfehlungen und (warum nicht?) Lektürewarnungen gefragt, sowie welche Bücher sie sich speziell für diesen Sommer vorgenommen haben. Die so entstandenen Lektüreempfehlungen und -warnungen werden nun nach und nach im SEDIC-Blog veröffentlicht. Nicht uninteressant zu sehen, was die Experten so ausgewählt haben und was sie zu den einzelnen Büchern in aller Kürze schreiben.

Hábitos de Lectura y Compra de Libros 2006 Am Rande erwähnt wird auf SEDIC eine Quelle für die hinlänglich bekannte Information, dass in Spanien sehr wenig gelesen wird, und zwar die Studie »Hábitos de Lectura y Compra de Libros 2006«. Die vom Verband der spanischen Verlage (Federación de Gremios de Editores de España)2 in Auftrag gegebene Studie wird in der Zusammenfassung von SEDIC wie folgt auf den Punkt gebracht:

…un 40% de los españoles no lee ningún libro a lo largo del año y un 49% realiza entre 1 y 12 lecturas, es decir una media inferior a una por mes. Por tanto el porcentaje de lectores que superan las 12 obras al año se limita al 11%.

Die im Januar 2007 veröffentlichte Studie bietet natürlich noch wesentlich genauere Daten zum Lektüre- und Buchkaufverhalten in Spanien. Sie umfasst 83 Seiten und kann hier im Format PDF heruntergeladen werden: »Hábitos de Lectura y Compra de Libros 2006«.

  1. In dem stets sehr informativen spanischen Gemeinschaftsblog berichten Informationsexperten aus den Bereichen Bibliothekswesen, Dokumentation und Archiv zu Themen Ihrer Arbeitsgebiete, siehe Selbstbeschreibung auf SEDIC []
  2. Bei SEDIC wird irrtümlicherweise der spanische Buchhandelsverband (CEGAL, Confederación Española de Gremios y Asociaciones de Libreros) als Auftraggeber der Studie angegeben. []

Balearisches Kurzfilmportal auf Dailymotion: ACIB

von Markus Trapp — 16.07.2008, 17:36 Uhr

Asociación de Cineastas de las Islas Baleares Die „Asociación de Cineastas de las Islas Baleares“ (ACIB) hat in Kooperation mit dem Videohoster Dailymotion ein Filmportal mit Kurzfilmen balearischer Regisseurinnen und Regisseure eingerichtet, auf dem die Filme in hoher Qualität betrachtet werden können: Dailymotion – ACIB.

Kurzfilm-Portal von ACIB bei Dailymotion Während die bei YouTube oder Dailymotion sonst zu findenden Werke oft in so schlechter Qualität vorliegen, dass an ein bildschirmfüllendes Betrachten im Großformat gar nicht zu denken ist, lohnt sich bei den im Kurzfilmportal auf Dailymoton gelisteten Filmen der Klick auf das Symbol großer Bildschirm in der Playerleiste der einzelnen Videos unten rechts.

Sehen Sie hier als Beispiel den Kurzfilm Niño Vudú des Premio Ramon Llull-Preisträgers Toni Bestard (*1973, Infoseite ACIB) aus dem Jahr 2004. Die Geschichte einer Adoleszenz auf Mallorca zu Zeiten des Besuches einer Rocklegende in La Palma Ende der Sechziger Jahre, Niño Vudú:

Denken Sie daran, vor dem Start des Cortos (Dauer: 21 Minuten) den Rat zu befolgen, den auch der Regisseur Toni Bestard in seinem Blog »El rincón del sapo« zum Betrachten des Filmes gibt:

Os dejo a continuación „Niño Vudú“, uno de mis cortos más queridos y al que dediqué más tiempo y energías. (Si lo agrandais lo seguireis viendo a muy buena calidad de imagen y sonido)


Niño Vudú
Hochgeladen von acib

Das Denken verordnen. Über Brigitte Schlieben-Lange

von Kirsten Sueselbeck — 14.07.2008, 13:38 Uhr

Brigitte Schlieben-Lange
B. Schlieben-Lange
Foto: Univ. Frankfurt

Über die Sprachwissenschaftlerin Brigitte Schlieben-Lange (1943-2000). Mitsamt einer kurzen Reflexion über den Nutzen der Variable „Geschlecht“ in der Linguistik.

Dem heutigen Idealbild der modernen Frau, die Familie und Berufskarriere zu vereinen weiß, hat Brigitte Schlieben-Lange wohl entsprochen: mit 27 Jahren war sie bereits promoviert, mit 31 Jahren bekleidete sie ihren ersten Lehrstuhl für Romanische Philologie und Allgemeine Sprachwissenschaft in Frankfurt/Main. 1991 wurde sie zur Nachfolgerin des berühmten romanistischen Sprachwissenschaftlers Eugenio Coseriu in Tübingen berufen. Während sie die Sprachwissenschaft mit bahnbrechenden Monographien revolutionierte und verschiedenste Ämter bekleidete, erzog und versorgte sie nicht weniger als vier Kinder.

Viele Nachrufe auf die anno 2000 mit 57 Jahren sehr jung verstorbene Sprachwissenschaftlerin rühmen ihre Doppelrolle als Wissenschaftlerin und Mutter. In einer Gedenkfeier in der Stiftskirche am 22.06.2001 sagte z.B. Peter Koch (Tübingen): „Uns fehlt eine Frau, die uns in beeindruckender Weise vorlebte, wie man mit vollem Einsatz zugleich Wissenschaftlerin, Familienmutter und so vieles andere sein kann.“ (Koch 2001). Wolfgang Raible (Freiburg) hob in seinem Nachruf der Heidelberger Akademie der Wissenschaften hervor, dass Brigitte Schlieben-Lange, obwohl sie zugleich die Mutterrolle meisterte, „doch nie auf einen ‚Frauenbonus’ angewiesen“ gewesen sei (Raible 2001).

Möglicherweise wäre Brigitte Schlieben-Lange ihre Idealisierung als überdurchschnittlich leistungsfähige Frau, die es ganz alleine und allem zum Trotz schafft, unangenehm gewesen, denn sie war keine Person, die sich gern hätte in gesellschaftliche Idealbilder einpassen lassen: Sie war eine Querdenkerin, eine, die hartnäckig und unerlässlich ihren ganz eigenen Blickwinkel verteidigte. Den Rest des Beitrages lesen »

21. Deutscher Katalanistentag »Sprache und Migration«

von Markus Trapp — 10.07.2008, 10:19 Uhr

Flagge Katalonien »Llengua i migració« – »Sprache und Migration« ist der Titel des 21. Deutschen Katalanistentages, der vom 9. – 11. Oktober 2008 an der Universität Kiel stattfinden wird.

Im Call for Papers heißt es:

Wenige Phänomene haben so viele Auswirkungen in der modernen katalanischen Gesellschaft gezeigt wie das der Migration. In der Tat spricht man heute von Katalonien (und insgesamt von den Katalanischen Ländern) als einem Einwanderungsland. Die zahlreichen Folgen dieser Entwicklung sind auf vielen verschiedenen Feldern feststellbar. Sie betreffen den Sprachgebrauch und die Sprachentwicklung, den Diskurs über die katalanische Identität sowie wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Aspekte verschiedener Art.

Website des Katalanistentages 2008 an der Uni Kiel Die Organistatoren Prof. Dr. Ulrich Hoinkes, Universität Kiel, und Bàrbara Roviró, Universität Bremen, erwarten die Vorschläge interessierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Beiträge von 30 Minuten (in den Sprachen Katalanisch, Deutsch, Englisch und Spanisch) bis zum Ende diesen Monats (31. Juli 2008).

Alle Adressen und erste Informationen (Programm, Anreise, Unterkunft) finden Sie auf der zweisprachigen Tagungswebsite (dt./katalan.) http://www.catalanistica.uni-kiel.de.

Brigadistas und Podiumsdiskussion zum Spanischen Bürgerkrieg

von Kulturabteilung Spanische Botschaft — 07.07.2008, 15:10 Uhr

Cover Brigadistas
Eine Sängerin trägt Ay Carmela auf einer Abend-
veranstaltung in Zaragossa vor. Foto: D. Burkholz

Hiermit möchten wir auf die Präsentation des Dokumentarfilms »Brigadistas« von Daniel Burkholz hinweisen, die am Dienstag, 15. Juli 2008, um 20 Uhr, im Kino Central, Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin, mit anschließender Podiumsdiskussion („Welche Auswirkungen hat der Spanische Bürgerkrieg auf das Spanien von heute?“) stattfinden wird.

Die Moderation wird der ehemalige MdB und Vorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Prof. Heinrich Fink, übernehmen. Die Widerstandskämpferin Lore Krüger, der Direktor des Cervantes Instituts Berlin Gaspar Cano Peral, die Schriftstellerin Mercedes Alvarez, der
Politologe Prof. Ignacio Sotelo und der Regisseur Daniel Burkholz werden ebenfalls an der Podiumsdiskussion teilnehmen.

El País schrieb über »Brigadistas« im Artikel »Regreso a la trinchera«:

El protagonista absoluto del filme es el testimonio en primera persona de estos hombres y mujeres que se prestaron libremente a luchar por las libertades de un país desconocido al que retornan ahora, en el final de sus vidas, para recibir un agradecido reconocimiento del pueblo español.

Den Trailer zum Film sehen Sie hier:


Direktlink YouTube

Ausführliche Informationen (Hintergrund, Pressespiegel, Fotos) zu »Brigadistas« finden Sie auf den Seiten von Roadside.

Der Film wird im spanischen Original mit deutschen Untertiteln gezeigt. Wer den Dokumentarfilm in Berlin nicht sehen kann, hat noch eine Chance ihn bei der im Rahmen der medica mondiale stattfindenden Aufführung in Köln am Samstag, den 19. Juli ab 21 Uhr zu betrachten (nähere Informationen siehe Roadside).

Die ‚Transición‘ erreicht nach mehr als 30 Jahren auch den spanischen Fußball

von Wiebke von Deylen — 03.07.2008, 13:42 Uhr

Spezial zur Euro 2008
El País-Spezial zur Euro 2008

Am Sonntag wurde die spanische Nationalmannschaft nach 44 Jahren erneut Fußballeuropameister – der erste internationale Titelgewinn seit der Franco-Diktatur. Der spanische Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero kommentierte das Ereignis mit den Worten: „ … se ha cerrado la transición en el fútbol español con esta gran victoria.“ (El País). Er setzt damit dieses sportliche Ereignis in Beziehung zu der Zeit nach Francos Tod im Jahre 1975, als in Spanien ein friedlicher Übergang zur Demokratie gelang.

Gerade in der spanischen Fußballnationalmannschaft hatte sich in den letzten Jahrzehnten eines der größten innenpolitischen Probleme des Landes gezeigt – der Konflikt mit einigen Autonomieregionen, insbesondere mit dem Baskenland und Katalonien. Alle Betrachter sind sich einig, dass es unter dem Trainer Luis Aragonés zum ersten Mal gelang, eine Mannschaft zusammenzustellen, in der Spieler aus dem ganzen Land eine Einheit bilden. Das gilt sogar für die rivalisierenden Clubs Real Madrid und FC Barcelona, die in der Fußballwelt den Konflikt zwischen der Regierung in Madrid und der Generalitat de Catalunya widerspiegeln.

Spanische Mannschaft feiert Trainer AragonésVergleicht man die ausführliche online-Berichterstattung der spanischen Tageszeitungen, so wird deutlich, dass nicht nur in Madrid, sondern auch in Barcelona gejubelt und gefeiert wird, wenn auch in Barcelona mit kritischen Untertönen. Der Artikel »Los campeones de Europa reciben la enhorabuena de la Familia Real y Zapatero« der wichtigsten katalanischen Tageszeitung „La Vanguardia“ über den Empfang der „selección“ durch die königliche Familie und den Regierungschef in Madrid wurde mehr als 300 mal von Lesern kommentiert – auf spanisch oder katalanisch, aus Barcelona aber auch aus Madrid. Die vielfältigen Kommentare vermitteln einen guten Eindruck von der mittlerweile sehr differenzierten Stimmungslage in Katalonien und darüber hinaus.

Spanische Geschichte für die breite Öffentlichkeit

von Niels Wiecker — 30.06.2008, 15:53 Uhr

Wer Überblickswerke zum spanischen Weltreich suchte, blieb lange Zeit auf die englischsprachige Historiographie verwiesen. Erst in den letzten Jahren lässt sich anhand vieler deutschsprachiger Neuerscheinungen ein frischer Trend zu zusammenfassenden Darstellungen erkennen, die die Erträge der spezialisierten Forschung synthetisieren und einem breiteren Publikum zugänglich machen.

Die gut lesbare Vermittlung historischer Forschungsergebnisse gewinnt seit einigen Jahren – nicht zuletzt aufgrund des andauernden Rechtfertigungsdrucks auf die Geisteswissenschaften – rasant an Bedeutung. Was es heißt, Fachwissen anschaulich zu gestalten, konnte ich als wissenschaftlicher Berater bei GEO Epoche zum Thema „Weltmacht Spanien“ erleben. Beratung meint hier Mitarbeit bei der Heftkonzeption, Literaturauswahl für die Autoren und kritische Durchsicht der fertigen Artikel (Was macht eigentlich ein Fachberater?).

GeoEpoche: Als Spanien die Welt beherrschte Zwischen Wissenschaft und Journalismus
Plötzlich aus meinem wissenschaftlichen Schreibkontext in den Journalismus versetzt, sah ich das Verfassen von Geschichte mit ganz anderen Augen. Schreiben nicht als Dokumentation des eigenen Erkenntnisgewinns, sondern als Kommunikation mit Lesern. Während ich mir selber gelegentlich vorgaukle, mich an „historisch interessierte Laien“ zu richten, musste ich nun lernen, was es bedeutet, wirklich für historisch interessierte Laien zu schreiben. Bei aller Zuspitzung in journalistischen Texten bedeutet es nämlich in erster Linie erklären und nochmals erklären. Ohne Fußnoten. Personen, Orte, Ereignisse müssen charakterisiert und anschaulich werden. Wer ist das? Wo liegt es? Wie kam es dazu? Das Ganze spannend und unmissverständlich formuliert. Man kann hier ohne weiteres einwenden, dass wissenschaftliches Schreiben keinen Spannungsbogen braucht, Komplexität aufzeigen und nicht kaschieren soll und ohnehin auf einem ganz anderen Abstraktionsniveau angesiedelt ist – doch jeder, der einmal versucht, Philipp II. für den erwähnten Laien in einem Satz zu charakterisieren, wird verstehen, wo die besondere Schwierigkeit liegt.
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