Toletum-Workshop: Die Stadt außerhalb der Stadt: suburbia zwischen Republik und Spätantike

von Markus Trapp — 19.10.2016, 14:04 Uhr

Toletum VII - 2016 Vom 17. – 19. November 2016 ist es wieder soweit: Zum 7. Mal findet der Toletum-Workshop in Hamburg statt. Im Toletum-Blog schreibt Sabine Panzram zur Zielsetzung des Workshops:

Das suburbium, die Vorstadt, umfasst die urbane Peripherie, die Stadtbezirke außerhalb der Mauern und den diffusen Übergangsbereich zwischen Stadt und Land. Es gehört zugleich zu den Bereichen, die die Städteforschung bisher zuvörderst aus der Perspektive einer Epoche und einer Funktion in den Blick genommen hat:

So konzentriert sich das Gros altertumswissenschaftlicher Arbeiten in der Kaiserzeit auf die Nekropolen und suburbane Villenlandschaften; Themen, die in der Spätantike insofern eine Fortsetzung finden, als dann die frühchristlichen Märtyrerbasiliken im Mittelpunkt des Interesses stehen. Der Versuch, auch andere Elemente der suburbia in ihrer Funktion für und Bezugnahme auf die Stadt zu untersuchen – wie Spielstätten, Handwerkerviertel, Straßen und nicht zuletzt das Umland selbst – und so im Rahmen ihrer konkreten Wirkungszusammenhänge zu rekonstruieren und zu interpretieren, und zwar à la longue, wurde bisher nur vereinzelt unternommen.

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‚Día de los Muertos‘ im Rautenstrauch-Joest-Museum

von Markus Trapp — 13.10.2016, 15:35 Uhr

'Día de los Muertos' im Rautenstrauch-Joest-Museum Das Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln spricht für

Dienstag, den 01. November 2016, 14-18 Uhr

wieder eine ganz besondere Einladung an alle lebenden und toten Besucher aus:

Feierliche Eröffnung des neu gestalteten mexikanischen Totenaltars zum Día de los Muertos.

Der ‚Día De Los Muertos‚ wird in Mexiko vor allem als freudiges Ereignis gefeiert.

An diesem Tag im Jahr besuchen die Toten die Lebenden – und diese sind entsprechend vorbereitet: In den Häusern stehen geschmückte Gabentische (ofrendas) als Andenken an die Verstorbenen, zum Fest gehören Totenschädel aus Zucker, Totenbrot und Musik.

Den Gabentisch im RJM gestalten die mexikanischen Künstlerinnen Rosaana Velasco und Liliana Cobos. Leitmotiv des Totenaltars 2016 ist passend zur Sonderausstellung „Pilgern – Sehnsucht nach Glück?“ die Jungfrau von Guadalupe.
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Umfrage zu Open Access in der Romanistik

von Christoph Hornung — 06.10.2016, 17:33 Uhr

FID Romanistik Der Fachinformationsdienst Romanistik ist mit der Entwicklung verschiedener Angebote für die Wissenschaft gestartet. Dieser an der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn und der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg betriebene Dienst versteht sich als Serviceleister für die deutsche Romanistik. So kümmert er sich um die Beschaffung von Fachliteratur in großem Umfang und entwickelt ein umfassendes Literaturrechercheportal. Daneben entstehen wissenschaftsnahe Dienstleistungen in den Bereichen Forschungsdaten und digitales Publizieren im Open Access.

Open Access Open Access ist in der deutschen Romanistik noch wenig etabliert, zieht man den Vergleich zu anderen Disziplinen oder anderen Ländern. Dabei ist das Interesse durchaus vorhanden – aber die Akteure und Publikationswege sind noch relativ unklar und unbekannt.

Der FID Romanistik entwickelt daher ein Informationsangebot zu den Möglichkeiten des Publizierens im Open Access. Um dieses Angebot möglichst genau an den Bedürfnissen der romanistischen Community auszurichten, führt der FID derzeit eine Umfrage zum Thema Open Access in der Romanistik durch. Sie richtet sich an alle deutschen Romanistinnen und Romanisten – vom frischgebackenen Master bis zur Lehrstuhlinhaberin sowie von der Kulturwissenschaftlerin bis zum Lektor.

Alle Teilnehmenden haben also nun die Möglichkeit, die Aktivitäten des FID mitzuprägen, indem sie sich knapp 10 Minuten Zeit nehmen. Wir freuen uns sehr über Ihre Teilnahme bis zum 31.10.2016 unter folgender Adresse:

http://ww3.unipark.de/uc/fidromanistik/oa/

 

Nachbetrachtung der Spanischen Nationalbibliothek: El Bosco y la BNE

von Markus Trapp — 27.09.2016, 16:44 Uhr

El Bosco: El Jardín de las delicias. (Ausschnitt)

El Bosco: El Jardín de las delicias. (Ausschnitt)

Die am vergangenen Sonntag zu Ende gegangene Ausstellung «El Bosco. La exposición del V centenario» im Madrider Prado war enorm erfolgreich. Über 400.000 BesucherInnen sahen die Werkschau (andere sprechen sogar von 590.000 BesucherInnen). Im Blog der Spanischen Nationalbibliothek gibt es eine lesenswerte Nachbetrachtung:
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Beeindruckende Mexiko-Fotografien von Alex Webb

von Markus Trapp — 07.09.2016, 17:28 Uhr

Höchst beeindruckende Fotos aus Mexiko aus den vergangen vier Jahrzehnten zeigt die New York Times in einem Artikel über den begnadeten Fotografen Alex Webb (1952 in San Francisco geboren):

When Alex Webb first walked across the bridge from El Paso to Ciudad Juárez, Mexico, in 1975, he was a 23-year-old hotshot photographer. He had just become a nominee to the esteemed Magnum photo collective and was already noted for his alienated black-and-white images capturing the American social landscape.

Weiter lesen und vor allem über die Bilder staunen im Blog der New York Times [Lens]: «Capturing Complexity and Color in Mexico»
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Ein digitales Textformat für die Literaturwissenschaften: die Richtlinien der Text Encoding Initiative und ihr Nutzen für Textedition und Textanalyse

von Redaktion — 29.08.2016, 11:15 Uhr

Christof Schöch bezeichnet sich mit eigenen Worten als Digitalen Romanisten. Er ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Computerphilologie sowie Lehrbeauftragter am Institut für Romanistik der Universität Würzburg. In romanische studien hat er einen interessanten Beitrag zu TEI (Text Encoding Initiative) und ihrem Nutzen für Textedition und Textanalyse in den Digital Humanities veröffentlicht, den wir hier republizieren.

Dieses Werk steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International.

Text Encoding Initiative

Abstract

Die stetig voranschreitende Digitalisierung literarischer Texte verschiedenster Sprachen, Epochen und Gattungen stellt die Literaturwissenschaften immer wieder vor die Frage, wie sie diese Entwicklung mitgestalten und zu ihrem Vorteil nutzen können. Dabei ist digital nicht gleich digital, sondern es existiert eine Vielzahl sehr unterschiedlicher, digitaler Repräsentationsformen von Text. Nur wenige dieser Repräsentationsformen werden literaturwissenschaftlichen Anforderungen tatsächlich gerecht, darunter diejenige, die den Richtlinien der Text Encoding Initiative folgt. Der vorliegende Beitrag vergleicht zunächst einige derzeit gängige digitale Repräsentationsformen von Text. Für literaturwissenschaftliche Forschung besonders geeignet erweist sich hierbei eine Repräsentationsform, die den Richtlinien der Text Encoding Initiative folgt. Daher informiert der Beitrag anschließend über deren Nutzen für die literaturwissenschaftliche Arbeit, sowohl im Bereich der wissenschaftlichen Textedition als auch im Bereich der Analyse und Interpretation von Texten. Nur wenn die Literaturwissenschaften in ihrer Breite den Nutzen von offenen, expressiven, flexiblen und standardisierten, langfristig nutzbaren Formaten für die Forschung erkennen, können sie sich mit dem erforderlichen Nachdruck für deren Verbreitung einsetzen und durch die zunehmende Verfügbarkeit von Texten in solchen Formaten für die eigene Forschung und Lehre davon profitieren.

Autor: Christof Schöch

 

Einleitung

Eine der zentralen Einsichten der Literaturwissenschaften im 20. Jahrhundert war die analytische Unterscheidung von Form und Inhalt bei gleichzeitigem Bewusstsein ihrer untrennbaren Verbundenheit und gegenseitigen Abhängigkeit.1 Das medientheoretische Analogon dieser Einsicht formulierte Marshall McLuhan in seinem Diktum "The medium is the message".2 Und die Editionswissenschaften haben sich ausführlich der Frage gewidmet, wie sich Manuskripte, Typoskripte, Druckfahnen und verschiedene Textausgaben zueinander verhalten und damit auch die Frage nach der Beziehung zwischen den materiellen Trägern des Textes und seiner Überlieferungsgeschichte untersucht.3 So ist in unterschiedlichen Bereichen immer wieder deutlich geworden, wie eng Inhalt, Form und Medium zusammenhängen. Mit dem sich seit den 1960er Jahren entwickelnden, seit den 1990er Jahre rasant an Fahrt gewinnenden digitalen Paradigmenwechsel in Gesellschaft und Wissenschaft ist ein neuer Aspekt der medialen Realisierungsformen (literarischer) Texte hinzugekommen, der erst in jüngerer Zeit in das Blickfeld des Interesses gerückt ist: Welchen Unterschied macht es, wenn (literarische) Texte nicht in Form von Handschriften oder gedruckten Büchern, sondern (wie dies zunehmend der Fall ist) in Form von Dateien, also digitalen Textdaten, vorliegen? Wie kann ein ursprünglich gedruckt erschienener Text adäquat ins digitale Medium überführt werden, und welche digitalen Repräsentationsformen sind verfügbar? Inwiefern spielt die jeweilige digitale Repräsentationsform eine Rolle für die Rezeption und Interpretation eines (literarischen) Textes? Welche Möglichkeiten und Herausforderungen eröffnet das Vorliegen digitaler Texte für die Bearbeitung literaturwissenschaftlicher Fragestellungen, und wie verändern sich die hierfür eingesetzten Methoden?

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Kulturprogramm / Programa cultural Instituto Cervantes Hamburg September 2016

von Instituto Cervantes Hamburg — 22.08.2016, 17:19 Uhr

Ciudades Patrimonio de la Humanidad. 15 Joyas de España
Weltkulturerbestädte Spaniens. 15 Schätze

Salamanca  (Época moderna). Ignacio de Loyola y la Compañía de Jesús
Salamanca (Epoche der Moderne). Ignacio de Loyola und die Gesellschaft Jesu

Vortrag (in spanischer Sprache)
DO, 08.09.
19:00 UHR
INSTITUTO CERVANTES

Salamanca, ciudad sede de una de las universidades más antiguas de Europa,  es considerada la ciudad renacentista española por excelencia. Entre sus palacios, conventos, casonas y plazas, cabe destacar La Clerecía, el edificio del antiguo Real Colegio del Espíritu Santo (o Santo Espíritu) de la Compañía de Jesús, construido en Salamanca entre los s. XVII y s. XVIII.  El investigador del Instituto de Historia del CSIC, Dr. Enrique García Hernán, autor de la biografía «Ignacio de Loyola» (Taurus, 2013), disertará sobre el fundador de la Compañía de Jesús y su relación con Salamanca.

Salamanca, Sitz eines der ältesten Universitäten Europas, gilt als Stadt der Renaissance in Spanien. Aufgrund ihrer humanistischen Tradition und ihres wertvollen kunsthistorischen Erbes wurde die Stadt 1988 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Zu den zahlreichen architektonischen Mesiterwerken zählt auch La Clerecía, ein Jesuiten-Kloster aus dem 18. Jahrhundert, dessen Kirche mit großer Kuppel und goldbezogenem Altar beeindruckt. Der Historiker und Forscher der größten öffentlichen Forschungseinrichtung  Spaniens (CSIC), Dr. Enrique García Hernán wird über Salamanca und Ignacio de Loyola, Gründer des Jesuitenordens,  referieren. Dr. Enrique García ist Autor der viel beachteten Biografie über Ignacio de Loyola (Taurus, 2013).

Ponente I Referent:   Prof. Dr. Enrique García Hernán, Instituto de Historia – Consejo Superior de Investigaciones Científicas (CSIC), Madrid

Entrada libre I Eintritt frei
Reservas hasta I Reservierung bis 07.09.16: cultx1ham@cervantes.es, 040-530 205 290

In Zusammenarbeit mit I En colaboración con: Toletum -Netzwerk zur Erforschung der Iberischen Halbinsel in der Antike, Universität Hamburg, Consejo Superior de Investigación Científica (CSIC), Grupo Ciudades Patrimonio de la Humanidad de España, Turespaña, Embajada de España en Alemania.

Ort: Instituto Cervantes Hamburg, Chilehaus Eingang B, Fischertwiete 1, 20095 Hamburg, hamburg@cervantes.es, 040-530 205 290
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Die Tagebücher des Heinrich Witt: Sicht eines Norddeutschen auf Lateinamerika und die Welt

von Markus Trapp — 08.08.2016, 11:53 Uhr

Heinrich Witt mit seiner Frau in den 1860er Jahren auf der Galerie ihres Hauses in Lima

Heinrich Witt mit seiner Frau in den 1860er Jahren auf der Galerie ihres Hauses in Lima © DZ

In einem Gastbeitrag in DIE ZEIT stellt Ulrich Mücke die von ihm herausgegebenen Tagebücher von Heinrich Witt vor:

Der Altonaer Kaufmann Heinrich Witt machte in Peru ein Vermögen. Und er schrieb Tagebuch. Es zeigt, wie eng Kolonialismus und Bürgerlichkeit im 19. Jahrhundert verbunden waren.

Weiter lesen auf ZEITonline: «Ein Rassist gibt Auskunft».

Manches an der Geschichte von Heinrich Witt erinnert an den knapp hundert Jahre später von Altona nach Mexiko ausgewanderten Carlos Linga, der einen Großteil seines in Lateinamerika gemachten Vermögens in Bücher investiert hat (und dessen Vermächtnis mit der Linga-Bibliothek fortgeführt wird, siehe linga-bibliothek.de). Aber was die beiden unterscheidet, ist die Dokumentation ihres Lebens per Tagebuch. Witts Aufzeichnungen sind in 10 Bänden auf über 7.900 Seiten in einer beachtlichen Editionsleistung von Ulrich Mücke und von seinen zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern publiziert und, wie im Gastbeitrag in die ZEIT beschrieben, ein einzigartiges Dokument der Sichtweisen eines norddeutschen Kaufmanns auf Lateinamerika und auf die Welt im 19. Jahrhundert. In den Witt’schen Tagebüchern liest sich das in etwa so:
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