José Saramago (1922-2010)

José Saramago, Foto: Wikipedia Paul Ingendaay in der FAZ zum Tode von José Saramago, der heute 87-jährig in seinem Haus auf Lanzarote verstorben ist:

Mit dem Tod des portugiesischen Literaturnobelpreisträgers José Saramago verlieren wir einen volkstümlichen Erneuerer des Romans.

Lesen Sie weiter in der FAZ: »Die Welt ist veränderbar!«.

Weitere Veröffentlichungen:
Juan Cruz / J. Rodríguez Marcoc, El País: »Fallece a los 87 años José Saramago«

Bisher im cibera-Blog erschienene Artikel: »José Saramago hat jetzt auch ein Blog« | »José Saramago blickt mit seinem neuen Roman «Caín» ins Alte Testament«

Literatur, Artikel und Webseiten zu José Saramago finden Sie über diese Recherche in der Metasuche von ciberacibera.

Foto: Wikipedia

Ist »i« die Zeitung der Zukunft?

Screenshot der Online-Ausgabe von i am 9.11.2009

Wir haben Ihnen ja bereits im Mai die neue portugiesische Zeitung »i« vorgestellt. Nachdem sich – wider den Trend auf dem Zeitungsmarkt – die Verkaufszahlen gut entwickeln und das engagierte Projekt neulich den begehrten Preis der Society for Newsdesign (Info zum Preis) erhalten hat, erfährt »i« (das i steht für informação) vermehrte Aufmerksamkeit.

Auf What’s next: Innovations in Newspapers fragt man sich bereits, ob i die Zeitung der Zukunft ist: i, THE NEWSPAPER OF THE FUTURE?

Und das, obwohl die Ausgangslage für den Start einer Zeitung im Jahr 2009, gerade in Portugal, alles andere als vielversprechend ist, wie Eric Pfanner im New York Times Blog herausstellt:

It would be hard to find a less promising country in which to start a newspaper than Portugal. Not only are readers defecting to the Internet, as they are elsewhere, but relatively few people ever picked up a paper to begin with. And print advertising has plunged by more than 40 percent this year.

Weiter in der NYTimes:
Publisher in Portugal Picks a Fine Time to Start a Newspaper.

In einer lesenswerten Analyse hat auch das Editor Weblog versucht den Erfolg von »i« zu ergründen. Dort sprach Emma Heald mit Herausgeber Martim Avillez Figueiredo, Online-Chefin Mónica Bello und dem Art Director Nick Mrozowski:

According to Figueiredo, „we’ve created a product that goes directly to the way they think and interact with news.“ Most of these readers are well informed via other media and already know a lot about what’s going on, but they look to i to „help organise all the mixed and disparate information that they have to deal with.“ He believes that the in-depth articles on politics and economics, providing essential background to current issues, are one of the main reasons why people like the paper.

Lesen Sie den ganzen Artikel im Editors Weblog:
A Portuguese success story: could i be the future of newspapers?

José Saramago blickt mit seinem neuen Roman «Caín» ins Alte Testament

José Saramago: Caín Wer glaubte, der portugiesische Literaturpreisträger Saramago stelle das literarische Schaffen ein, weil er seit Längerem bloggte (wir berichteten), wird spätestens in dieser Woche eines Besseren belehrt. Am 15. Oktober erscheint in den Buchhandlungen Spaniens und Portugals Saramagos neuer bei Alfaguara verlegter Roman Caín.
El País stellt ihn heute samt 8-seitiger Leseprobe (PDF, 444 kb) vor:

„Cuando el señor, también conocido como dios, se dio cuenta de que a adán y eva, perfectos en todo lo que se mostraba a la vista, no les salía ni un apalabra de la boca ni emitían un simple sonido, por primario que fuera, no tuvo otro remedio que irritarse consigo mismo, ya que no había nadie más en el jardín del edén a quien responsabilizar de la gravísima falta…“. Con esta escena empieza José Saramago su nueva novela en la que hace una nueva incursión en la Biblia y que ha titulado Caín.

Weiter auf El País: »Saramago pide cuentas a Dios«.

Wahlen in Portugal

Am vergangenen Sonntag fanden zeitgleich mit den Bundestagswahlen in Deutschland auch die Eleições Legislativas in Portugal statt.

Eleições Legislativas 27 Setembro 2009

Das vorläufige  Ergebnis der Wahl steht online zur Verfügung. Trotz hoher Verluste von rund 8 % bleibt die sozialistische Regierungspartei PS mit einem vorläufigen Wahlergebnis von 36 % stärkste Kraft. Der amtierende Premierminister José Sócrates konnte sich somit gegen die Kandidatin der konservativen PSD Manuela Ferreira Leite durchsetzten. Diese sah als Weg aus der Finanzkrise, die auch Portugal hart getroffen hat, vor allem einen rigiden Sparkurs vor. Die PS hingegen warb mit verstärkten Investitionen in die Infrastruktur, die vor allem den Anschluss an das Nachbarland Spanien fördern sollten.

Nach dem vorläufigen Wahlergebnis sieht es so aus als sei eine linke Mehrheit unter Führung der PS nur durch eine Dreierkoalition mit dem Wahlbündnis PEV-PCP und dem Linksblock  B.E. möglich, diese wird allerdings von den betroffenen Parteien noch nicht befürwortet. Auch eine große Koalition wurde von beiden Seiten ausgeschlossen. Die Onlineausgabe der portugiesischen Tageszeitung Público berichtet heute in dem Artikel „Sócrates repete estratégia de governação à vista de António Guterres“ über die Möglichkeit einer Minderheitenregierung, in der sich Sócrates seine Partner je nach Thema zusammensuchen müsste. Auch wenn Portugal sich am Sonntag klar für einen linken Kurs entschieden hat, bleiben die Verhandlungen weiterhin spannend.

Recherche im cibera ForscherWiki

Das cibera ForscherWiki ist nun seit knapp einem Monat am Start, die dort verzeichneten über 1.000 Forscher wurden von uns mit der Bitte angeschrieben, ihre Daten dort zu aktualisieren bzw. auszubauen. Viele haben das auch schon getan, das Feedback ist sehr positiv.

Heute möchte ich in einem kurzen Screencast sowohl den Recherchierenden als auch den Forschern zeigen, welche Möglichkeiten es bei der Recherche im cibera ForscherWiki gibt. Dabei stelle ich kurz die Recherchen nach Fachgebieten und Regionen und die Recherche nach Publikationen vor:


Direktlink YouTube

Großbild unten rechts Um das Vorgestellte besser erkennen zu können, bietet es sich an, die sieben minütige Präsentation in der Großansicht zu betrachten. Dazu einfach auf das Video klicken und dann im Player auf der YouTube-Seite unten rechts auf das 2. Symbol von rechts klicken (s. Pfeil in der Abb.).

Was uns besonders freut, ist nicht nur das positive Feedback aus der Fachwissenschaft zu unserer Initiative eine solche fachliche Übersicht gemeinsam mit allen Beteiligten anzubieten, sondern auch die Rückmeldungen von journalistischer Seite, wo man es begrüßt, für die aktuelle politische, kulturelle oder fachwissenschaftliche Berichterstattung über diesen Weg leichter in Kontakt mit fachlich relevanten Personen treten zu können, bzw. deren Publikationen zu finden.

cibera ForscherWiki: Deutschsprachige Forschung zu Lateinamerika, Spanien und Portugal

Im 100. Blogartikel des ciberaBlogs wenden wir uns sowohl an die Fachwissenschaften aus dem Umfeld der Virtuellen Fachbibliothek cibera, als auch an die interessierte Öffentlichkeit, um ein neues Modul zu präsentieren, das wir heute in das Portal von cibera integriert haben: Mit dem cibera ForscherWiki wurde – gemeinsam mit den dort verzeichneten Wissenschaftlern – ein Personenverzeichnis aufgebaut, das einen Überblick über die Deutschsprachige Forschung zu Lateinamerika, Spanien und Portugal gibt.

cibera ForscherWiki

Was erwartet Sie im cibera ForscherWiki?

Über 1.000 ausgewählte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Fachgebieten sind dort mit folgenden Angaben vertreten und recherchierbar:

  • Adressen
  • biographische Daten
  • laufende Forschung
  • Publikationen

Die Einträge werden von den Forschenden selbst aktualisiert.

Erweiterte Suchen nach Fachgebieten, Ländern und Publikationen

Suche nach Fachgebiet und Region/Land Die einfache Wiki-Suche, die Sie auch aus der Wikipedia kennen und die Sie über das Suchfenster links unterhalb der Navigation konsultieren können, wurde durch erweiterte Suchfunktionen ergänzt, die den Bedürfnissen der Fach-Recherche näher kommen.
Suchausgaben können eingeschränkt oder erweitert werden So finden Sie etwa eine kombinierte Suche nach Fachgebieten und/oder Ländern/Regionen, die durch Suchen in verschiedenen Unterpunkten der einzelnen ForscherWiki-Artikel noch einmal eingeschränkt oder erweitert werden kann.

In der Suche nach Publikationen haben Sie die Möglichkeit, die Suche nach verschiedenen Publikationstypen zu spezifizieren, auf einen bestimmten Zeitraum einzugrenzen oder nach einzelnen Titelstichwörtern zu suchen:
Suche nach Publikationen

Zustandekommen des Datenbestandes

Mit dem cibera ForscherWiki haben wir ein seit Jahren schon in cibera integriertes Angebot, die bisherige Datenbank zur Deutschsprachigen Lateinamerika-Forschung (aufgebaut vom jetzigen GIGA Institut für Lateinamerika-Studien) um die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Iberischen Halbinsel erweitert. Gemeinsam mit Personen- und Forschungsdaten, die uns das Österreichische Lateinamerika-Institut in Wien (LAI) übermittelt hat, haben wir an der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg im Rahmen der von der DFG geförderten cibera-Projektmaßnahmen den zusammengefassten Datenbestand in einheitlicher Struktur in ein Wiki überführt und die beteiligten Personen angeschrieben, mit der Bitte ihre Daten zu überprüfen, auf den neuesten Stand zu bringen und möglichst zu ergänzen.

Betreuungsaufwand und Akzeptanz durch die Fachwissenschaft

Die Tatsache, dass es sich bei diesem bisher einmaligen Verzeichnis – genau wie bei der Wikipedia – um ein Wiki handelt, ermöglicht den Forschenden ihre Einträge ganz leicht und ohne langwierige Einarbeitung selbst zu aktualisieren und in Zukunft aktuell zu halten. Die große und durchweg positive Resonanz auf unsere Anschreiben, gefolgt von zahlreichen Überarbeitungen und Ergänzungen der in einheitlicher Datenstruktur vorangelegten Wiki-Artikel durch die Wissenschaftler selbst, zeigen uns, dass das ambitionierte Projekt, gemeinsam eine fundierte, fachliche Forschungsübersicht aufzubauen, von der Fachwissenschaft akzeptiert und aktiv unterstützt wird.

Antrag auf Aufnahme in der cibera ForscherWiki

Forschende, die sich schwerpunktmäßig und längerfristig, wissenschaftlich oder wissenschaftsrelevant mit Lateinamerika und/oder der Iberischen Halbinsel beschäftigen und ihre Forschungsergebnisse publizieren, die aber noch nicht im cibera ForscherWiki aufgeführt sind, melden sich bitte unter der E-Mail-Adresse forscherwiki-at-sub.uni-hamburg.de.

Integration in cibera

Integration des ForscherWikis auf der Startseite von cibera Wir haben das cibera ForscherWiki auch in die Startseite von cibera integriert. Es wurde in die Rubrik »Aktuelles aus Studium & Forschung« auf der linken Seite unseres Portales aufgenommen. Zwischen dem dort ebenfalls verlinkten ciberaBlog und dem Recherchekurs Hispanistik.

Nun genug der einführenden Informationen. Sehen Sie sich doch das cibera ForscherWiki einfach einmal an und schauen, ob Sie zu den Sie interessierenden Fachgebieten bzw. Regionen entsprechende Forscher bzw. deren Publikationen finden. Die Webadresse des Informationsangebotes, das Ihnen ab heute zur Verfügung steht, und das durch weitere Dateneingaben durch die betreffenden Wissenschaftler noch umfangreicher und aussagekräftiger werden wird, ist ab sofort unter der Adresse wiki.cibera.de erreichbar.

Hamburg – Lisboa: Nachrichtenaustausch in der Frühen Neuzeit

Portugal, Hamburg und die deutschsprachige Welt während der europäischen Expansion nach Übersee Wann und wie erfuhren die Hamburger von dem verheerenden Erdbeben, das am 1. November 1755 Lissabon erschüttert hatte? Was wussten sie über das entstehende portugiesische Weltreich, was berichteten Deutsche, die in dieser Zeit in Lissabon oder in Brasilien waren, von ihren Erfahrungen und welches Bild formten sich umgekehrt die Portugiesen von den deutschsprachigen Ländern in der Frühen Neuzeit? Diese und andere Fragen stehen im Zentrum der internationalen Tagung, die vom 18. bis 20. Juni 2009 im Hamburg stattfindet: „Portugal, Hamburg und die deutschsprachige Welt während der europäischen Expansion nach Übersee (16. bis 18. Jahrhundert)“.

Die Tagung wird veranstaltet vom Institut für Romanistik und dem Instituto Camões an der Universität Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Centro de História de Além-Mar der Universität Nova von Lissabon. Es werden Wissenschaftler aus Portugal, Österreich und Deutschland über ihre Arbeiten berichten, die ein vielfältiges Bild des gegenwärtigen Forschungsstands in den verschiedenen Disziplinen der Geistes- und Kulturwissenschaften bieten. Der Austausch über Landes- und Fachgrenzen hinweg entspricht dem regen Austausch, der zwischen dem portugiesischen Weltreich und den deutschsprachigen Ländern in der Frühen Neuzeit bestand. Das ausführliche Programm und weitere Informationen finden Sie auf der Website der Tagung.

Abgerundet wird die Konferenz durch Begleitveranstaltungen, die die vielfältigen Verbindungen zwischen der Hansestadt Hamburg und Portugal im Laufe der Jahrhunderte aufzeigen. Ein eindrucksvolles und viel zu wenig bekanntes Zeugnis dieser Beziehungen ist der Jüdische Friedhof Altona, auf dem zahlreiche sephardische Juden aus Portugal begraben liegen, und den die Kongressteilnehmer besuchen werden. Im Rahmen der Präsentation der reichhaltigen Sondersammlung portugiesischer Bücher, die die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg mit finanzieller Unterstützung der DFG betreut, wird auch cibera dem Fachpublikum vorgestellt.

Neue portugiesische Zeitung: i wie informação

i  informação - neue portugiesische Zeitung

Eine neue Zeitung ist heute in Portugal an den Start gegangen. Ihr Titel trägt nur einen Buchstaben: i. Das i steht für informação. Martim Avillez Figueiredo, der Leiter des neuen Blattes, das in print und online publiziert wird, erläutert im Editorial »Já chegámos às suas mãos« der ersten Ausgabe:

Uma vez pode-se: falar de nós. Melhor dito: pode falar-se aqui hoje dos extraordinários profissionais que, em menos de um ano, fizeram nascer a nova marca de informação de Portugal. Repito a palavra nova: tudo isto aqui é novo. Por isso, estas linhas são um guia de leitura deste novo jornal e desta nova morada: www.ionline.pt.

Hören Sie auch ein kurzes Interview mit Martim Avillez Figueiredo auf TSF Radio Noticias: Novo jornal I chega hoje às bancas. TSF informiert darüber hinaus:

O I conta com uma redacção de 74 jornalistas e algumas características que, segundo Martim Avilez Figueiredo, vão facilitar a leitura.

[…]

O jornal I vai ter um custo de um euro de segunda a quinta-feira e à sexta-feira e sábado de 1,40 cêntimos. Ao domingo, o novo jornal não é publicado.

Wer hinter dem brandneuen Blatt i steht, lesen Sie hier: Quem somos. Zusätzlich zu den üblichen Rubriken gibt es auch eine eigene Blog-Sektion. Die Redaktion informiert zusätzlich auch auf Twitter. Die Webadresse der Zeitung ist www.ionline.pt.

Update 14.5.09: Die Frankfurter Rundschau ist heute voll des Lobes für das engagierte Zeitungsprojekt aus Portugal: »I wie Information«. Besten Dank an Carmen für den Hinweis darauf in den Kommentaren.