Anatol Stefanowitsch: Reform der portugiesischen Orthographie

Vorbemerkung: In der noch im Wachstum begriffenen wissenschaftlichen Blogosphäre gibt es kontinuierlich lesenswerte Artikel zu entdecken. Das ist für alle, die sich mit diesem neuen Veröffentlichungsumfeld beschäftigen, keine Neuigkeit mehr. Andere näheren sich diesem Gebiet mit einer gewissen Skepsis, was ja auch verständlich und im freien – meist ohne editoriale Instanzen auskommenden – Netz durchaus angebracht ist. Mit dem ciberaBlog wollen wir aber unter anderem den Beweis antreten, dass es eben sehr wohl lesens- und beachtenswerte wissenschaftliche Texte bzw. gute Hinweise auf wissenschaftliche Themen im Internet gibt. Der Blogartikel des Bremer Linguisten und Juniorprofessors Anatol Stefanowitsch ist so einer.

Weltkarte der portugiesischen Sprache
Bildnachweis: Die portugiesischsprachige Welt (Quelle: Wikipedia)

Im Bremer Sprachblog widmet sich Anatol Stefanowitsch der umstrittenen Reform der portugiesischen Orthographie:

Die Reform, auf die sich Portugal mit sieben weiteren portugiesischsprachigen Ländern (nämlich Brasilien, Angola, Mosambik, Osttimor, den Kapverden, Guinea-Bissau und São Tomé e Príncipe verständigt hat), ist die bislang letzte in einer langen Reihe von manchmal mehr, aber meistens weniger gut koordinierten Reformen, die Portugal und Brasilien seit 1911 an ihren jeweiligen Orthografien durchgeführt haben (die englischsprachige Wikipedia hat einen eigenen Eintrag zu diesen Reformen).

Sehr schön bringt er die Fehlinterpretationen in der englischsprachigen Presse auf den Punkt und nennt zum Abschluss die lesenswerte Alternative zu den anglo-amerikanischen Fehldeutungen, die Thomas Fischer in der Neuen Züricher Zeitung Ende April veröffentlicht hatte. Doch lesen Sie erst, was das »Bremer Sprachblog« zur Reform der portugiesischen Orthographie schreibt: »Care for a little linguistic necrophilia?«

Bürgerzeitung ‚Noticias Latinoamérica‘

Noticias LA Morgen startet mit »Noticias Latinoamérica« ein ambitioniertes lateinamerikanisches Projekt einer sogenannten Bürgerzeitung. Transnational mit zunächst argentinischer, chilenischer und bolivianischer Beteiligung wird auf NoticiasLa.com eine kollaborativ erstellte Nachrichtenquelle entstehen, die es sicherlich wert ist, betrachtet zu werden.

Etwa so wird das Portal aussehen - Screenshot NoticiasLa von Sebastian Molina Der stets gut informierte spanische Journalist Pau Llop gerät – auch weil er einen großen Teil der Organisatoren des Projektes kennt – regelrecht ins Schwärmen und berichtet über den anstehenden Start von NoticiasLA in seinem Blog e-contenidos: »Este martes nace un sueño: Noticias Latinoamérica«:

El próximo martes 6 de mayo nace NoticiasLa.com, un periódico ciudadano panlatinoamericano. Las voces ciudadanas de varios países (por ahora, Argentina, Chile y Bolivia) unidas en un periódico que es en su misma idea un hermoso sueño hecho realidad.

Zwei weitere Vorberichte von Mitbegründern des Projektes:
Sebastián Lorenzo (Argent.): »NOTICIASLA.com, sin temor a experimentar…«
Sebastián Molina (Bolivien): »A pocos días«

Deutschlandfunk-Reihe Lateinamerika: Demokratie in der Krise

Atardecer en Santiago de Chile
Atardecer en Santiago de Chile
Foto: Rantes – Flickr

Im Deutschlandfunk präsentiert Peter B. Schumann zurzeit sonntagsmorgens eine 6-teilige interessante Gesprächsserie zum Thema »Lateinamerika: Demokratie in der Krise«, die auch nachträglich noch online angehört werden kann:

Lateinamerika erlebt zurzeit die längste Phase ungebrochener Demokratie. Alle Staaten außer Cuba besitzen zumindest formal einen demokratischen Status. Doch seine Verwirklichung hängt meist allzu sehr vom Willen der jeweiligen Regenten ab. Die Demokratie erweist sich als krisenanfällig oder trägt sogar Spuren des Zerfalls.

[Update 5.08.09: Die DLF-Audio-Beiträge sind leider nicht mehr online verfügbar.]

Die bereits gesendeten Beiträge können entweder auf den Seiten des Deutschlandfunks oder direkt hier in diesem Beitrag angehört werden1.
Klicken Sie dazu einfach auf den Pfeil neben dem Lautsprechersymbol.

Demokratische Entwicklung in Lateinamerika

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


Der Publizist Wolf Grabendorff skizziert zu Beginn der Gesprächsreihe Grundzüge und neue Formen der demokratischen Entwicklung in Lateinamerika.

„Deutschlandfunk-Reihe Lateinamerika: Demokratie in der Krise“ weiterlesen

  1. Dieser Artikel wird kontinuierlich aktualisiert. Ob ein Beitrag schon gesendet wurde, erkennen Sie daran, dass das Lautsprechersymbol im entsprechenden Abschnitt eingefügt wurde. Dauer je Beitrag: 30 Minuten. []

10 Millionen Wikipedia-Artikel – Eine Betrachtung aus hispanistischer Sicht

Wikipedia - Die freie Enzyklopädie Seit dem 29. März hat die Wikipedia die 10 Millionen Artikel-Grenze1 erreicht. Zahlreiche Medien berichten über dieses erfreuliche Ereignis2. Ich habe mir auf der Wikimedia-Statistikseite einmal die Verteilung nach Sprachen angeschaut. Am heutigen Tag ergibt sich basierend auf der Anzahl der Artikel nach Sprachen folgende TOP 10:

Sprache
Wikipedia-Artikel
1.
Englisch
2.310.927
2.
Deutsch
730.259
3.
Französisch
640.820
4.
Polnisch
485.151
5.
Japanisch
480.970
6.
Italienisch
433.681
7.
Niederländisch
424.549
8.
Portugiesisch
368.812
9.
Spanisch
347.184
10.
Schwedisch
281.276

Zählt man zu den spanischen und portugiesischen Wikipedia-Artikeln noch die weiteren Sprachen der Iberischen Halbinsel hinzu (Katalanisch 110.289, Galicisch 33.846, Baskisch 24.828) kommt man für den größten Teil des Kulturraumes, den wir auch mit der Virtuellen Fachbibliothek cibera abdecken – Lateinamerika, Spanien und Portugal – auf stolze 1.253.771 Artikel (Stand 31.03.2008). Dabei sind zum Beispiel die über zehn Tausend Artikel in Náhuatl und Quechua noch nicht mitgerechnet.

Eine weitere erfreuliche Nachricht zur Wikipedia aus hispanistischer Sicht: Die Wikimania – die seit 2005 an jährlich wechselnden Orten stattfindende internationale Konferenz der Wikimedia Foundation – wird im kommenden Jahr 2009 in Buenos Aires stattfinden. Nachzulesen bei Tim Bartel im Wikipedistik-Blog.

Wer sich für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Wikipedia interessiert, findet im Forschungsportal Wikipedistik die ideale Anlaufstelle. Dort wird unter anderem auch über laufende Forschungsprojekte zur Wikipedia informiert.

Schauen Sie doch einmal nach, ob zu Ihrem Studien- oder Forschungsgebiet aus der Hispanistik oder aus den Wissenschaften, die den Kulturraum Lateinamerika, Spanien, Portugal betreffen, Informationen in der Wikipedia zu finden und gegebenenfalls zu ergänzen bzw. zu korrigieren sind, die interessierte Öffentlichkeit wird es Ihnen danken. Natürlich ist die Wikipedia auch eine gute Gelegenheit, einen weiteren Kreis an der eigenen Studien- und Forschungsarbeit partizipieren zu lassen.

  1. Der Zehnmillionste Wikipedia-Artikel ist in ungarischer Sprache verfasst und beschäftigt sich mit dem englischen Miniaturenmaler Nicholas Hilliard []
  2. So zum Beispiel Heise Online, 29.03.08: 10 Millionen Artikel in der Wikipedia []

Yoani Sánchez: Auf Kuba zensiert

Yoani Sánchez - Autorin von 'Generación Y' Kennen Sie Yoani Sánchez? Im Januar hat Christian Schmidt-Häuer die kubanische Philologin und Bloggerin in dem ZEIT-Artikel »Insel der blinden Passagiere« vorgestellt. In der Wikipedia (Stand 25.03.08) steht über sie:

Yoani Sánchez (* 4. September 1975 in Havanna) ist eine kubanische Philologin. Bekannt wurde sie als Autorin des ersten unzensierten Blogs aus Kuba namens »Generación Y«, in dem sie u.a. vom schwierigen Alltagsleben der Kubaner berichtet und Kritik an den herrschenden Verhältnissen übt.

Dieser Satz gilt so nur noch bedingt, denn seit gestern ist »Generación Y«, das Blog von Yoani Sánchez, auf Kuba selbst nicht mehr zu lesen. Zensur in Zeiten der Internetkommunikation über die IP-Adressen-Sperre sozusagen. Die Betroffene schreibt dazu in ihrem aktuellen Eintrag vom 24.03.08:

Así que los anónimos censores de nuestro famélico ciberespacio, han querido encerrarme en el cuarto, apagarme la luz y no dejar entrar a los amigos. Eso, convertido al lenguaje de la red, quiere decir bloquearme el sitio, filtrar mi página, en fin, “pinchar” el Blog para que mis compatriotas no puedan leerlo. Desde hace un par de días Generación Y es sólo un mensaje de error en la pantalla de muchas computadoras cubanas. Otro sitio bloqueado para los “monitoreados” internautas de la Isla.

Lesen Sie weiter im Artikel »De regaños y paginas “presilladas”«, dort auch mit zahlreichen Kommentaren.

[Update 4.04.08:] El País hat heute das Blog »Generación Y« mit dem Premio de Periodismo Ortega y Gasset in der Kategorie Periodismo Digital ausgezeichnet. In der Begründung heißt es in der soeben auf El País veröffentlichten Meldung:

En la categoría de Periodismo Digital, el premio ha recaído en la cubana Yoani Sánchez, autora del blog Generación Y, por la perspicacia con la que su trabajo ha sorteado las limitaciones a la libertad de expresión que existen en Cuba, su estilo de información vivaz y el ímpetu con el que se ha incorporado al espacio global de periodismo ciudadano.

[Ende Update]

[via La Huella Digital]

Vortrag: Vor dem Gipfeltreffen mit der EU – neue Konflikte und neue Formen der Kooperation in Lateinamerika

Alle Lateinamerika-Interessierten sind herzlich zur Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Vor dem Gipfeltreffen mit der EU – neue Konflikte und neue Formen der Kooperation in Lateinamerika“ am Mittwoch, den 19. März (18:00-19:30 Uhr) eingeladen.
Referenten: Christina Stolte und Prof. Dr. Detlef Nolte vom GIGA Institut für Lateinamerika-Studien.
Ort: GIGA, Neuer Jungfernstieg 21, Raum 519 (5. Stock), Hamburg

Mehr Infos unter: www.giga-hamburg.de/giga-forum

Diálogos de Comunicación: Themenschwerpunkt Blogs

Eines der Ziele des ciberaBlogs ist es, Ihnen die spanischsprachige Blogosphäre näher zu bringen, indem wir Ihnen lesenswerte Blogs vorstellen. Falls dieses Feld für Sie noch Neuland sein sollte, Sie aber jetzt bereits wissen möchten, welche Blogs es sich anzuschauen lohnt, kann Ihnen als erster Orientierungspunkt unsere kürze Übersicht »Blogs hispanos« dienen, die Sie unten rechts in der Seitenspalte des ciberaBlogs finden.

Diálogos de comunicación zum Thema Blogs Auf eine sehr detailreiche und gerade aus fachwissenschaftlicher Sicht einen guten Überblick bietende Untersuchung der spanisch- und portugiesischsprachigen Blogosphäre hat kürzlich José Luis Orihuela1 auf eCuaderno hingewiesen:
Die halbjährlich erscheinende Zeitschrift »Diálogos de Comunicación«2 hat ihre aktuelle Ausgabe (Nr. 76; Januar – Juni 2008) komplett den Blogs in spanischer und portugiesischer Sprache gewidmet. Selbst die reichhaltige gallizische Blogosphäre3 findet dort Berücksichtigung. In einzelnen Artikeln nehmen Informationsexperten aus Spanien, Argentinien, Bolivien, Brasilien, Mexiko und Peru Bezug auf unterschiedlichste Felder der spanisch- und portugiesischsprachigen Blogosphäre. Das Heft ist selbstverständlich komplett online verfügbar. Schauen Sie doch einmal rein.

In cibera erfasste Blogs Natürlich erfassen wir auch kontinuierlich Blogs in cibera; eine Auswahl cibera der dort aufgenommen Quellen finden Sie durch eine Suche nach »Weblogs« in den Iberolinks, unserer Datenbank der erfassten Internetseiten. Ein Klick auf den Screenshot (Abb. links) führt Sie direkt zur Trefferliste.

  1. José Luis Orihuela betreibt mit seinem Blog eCuaderno für meine Begriffe eines der informativsten spanischsprachigen Weblogs. Der Informationswissenschaftler unterrichtet an der Universidad de Navarra in Pamplona und ist dies- und jenseits des Atlantiks gefragter Vortragsreisender in Sachen Informationstechnologie und Kommunikation. []
  2. Herausgeber: FELAFACS (Federación Latinoamericana de Facultades de Comunicación Social) []
  3. Und zwar im Artikel »La blogosfera gallega: una red sociocultural articulada en el ciberespacio« von Xosé López García, José Pereira Fariña, Manuel Gago Mariño, Moisés Limia Fernández []

UNAM: Material de Lectura

Material de Lectura Die UNAM, die Universidad Nacional Autónoma de México, ist eine der ältesten Universitäten des amerikanischen Kontinents. 1551 gegründet, werden an der mexikanischen Universität über 450 Jahre später hochmoderne Wege der Wissensvermittlung beschritten. Wie die mexikanische Tageszeitung El Universal im Artikel »Publicará la UNAM por internet 300 breves antologías« neulich informierte, werden von der UNAM über 300 Anthologien namhafter Autorinnen und Autoren in dem Portal »Material de Lectura« veröffentlicht. Vorerst sind es dreißig, pro Monat werden fünf dazukommen. Neben Werkauszügen internationaler ins Spanische übersetzter Klassiker wie Italo Calvino oder Samuel Beckett gibt es auch Texte von und über spanischsprachige/n Autoren wie Julio Cortázar (Argentinien) oder Elena Poniatowska (Mexiko).

Zu den Texten der renommierten mexikanischen Journalistin und Schriftstellerin Elena Poniatowska führt auch der Klick auf obigen Screenshot der betreffenden Rubrik in Material de Lectura. Welches Material sich von und über Elena Poniatowska in cibera finden lässt, erfahren Sie durch einen Klick auf die Trefferliste der Metasuche in cibera cibera, die alle passenden Datensätze der unterschiedlichen Module unserer Virtuellen Fachbibliothek aufführt.