Qualitätssicherung bei Open Access-Zeitschriften

Nach einer Recherche von SZ, NDR und WDR haben ca. 5.000 deutsche Wissenschaftler*innen bei unseriösen Verlagen und Online-Zeitschriften veröffentlicht, welche eine Wissenschaftlichkeit zu Profitzwecken nur vorgeben. So lassen sie die veröffentlichten Studien nicht prüfen. Dabei wird ein Peer Review-Verfahren zwar behauptet, aber nicht durchgeführt. Als Quelle des Missstands wird der akademische Publikationszwang ausgemacht:

Der Druck zu veröffentlichen ist enorm, Missstände sind da systemimmanent (Volker Epping, Präsident der Leibniz-Universität Hannover)

Dass aber das Publizieren in unseriösen Zeitschriften schädlich ist, liegt auf der Hand. Ein wesentlicher Anteil der Veröffentlichungen basiert denn auch darauf, dass die Publizierenden auf die Zeitschriften hereingefallen sind.

Was in der Berichterstattung immer wieder angeführt wird, ist, dass es sich um „wertlose Online-Journale“ (NDR) handelt. Dies erinnert an die – nicht neue – Meinung, Online-Publikationen bzw. Open Access-Veröffentlichungen seien minderwertig. Auf der Website des FID Romanistik findet sich zu diesem Punkt folgende Erläuterung:

Open Access bezeichnet eine Art und Weise der Bereitstellung von Wissen und sagt daher erst einmal nichts über die Qualität einer Veröffentlichung aus. (FID Romanistik)

Mechanismen der Qualitätssicherung sind daher erst einmal unabhängig davon, ob eine Publikation digital oder analog, im Open Access oder im Closed Access erscheint. Eine gründliche Prüfung der Einreichungen durch das Herausgebendenteam kann in allen Bereitstellungsformen geschehen – oder eben nicht. Eine Prüfung der Seriosität ist deshalb bei allen Publikationsformaten angezeigt.

In der Romanistik ist die Zeitschriftenlandschaft vergleichsweise überschaubar. Häufig sind die Zeitschriften und/oder die Herausgebenden bekannt oder ihre Anbindung an eine Institution oder einen einschlägigen Verlag transparent. Darüber hinaus kann auch ein Blick in das Directory of Open Access Journals sinnvoll sein. Dort sind hochqualitative Zeitschriften gelistet, die Kriterien wie Peer Review erfüllen und darüber hinaus ein bestimmtes Open Access-Konzept realisieren, das u.a. den sofortigen Online-Zugang zu allen Inhalten einschließt. Bei unbekannten Zeitschriften kann daneben eine eigene Prüfung zielführend sein. Anhaltspunkte für eine Bewertung listet die Seite thinkchecksubmit.org. Neue Methoden, wie das Open Peer Review, die allerdings noch wenig verbreitet sind, setzen auf eine größtmögliche Transparenz als Basis einer funktionierenden Qualitätssicherung.

 

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