Frei verfügbare Unterrichtsmaterialien – Open Educational Resources

Nicht nur der Open Access zu wissenschaftlichen Publikationen ist ein aktuelles Thema, sondern auch der freie Zugang zu Unterrichtsmaterialien. In der Lehre an der Hochschule wie auch an der Schule kann es die Arbeit erleichtern, wenn Abbildungen oder andere Materialien legal nachgenutzt werden dürfen. Wenn diese mit einer entsprechenden Lizenz versehen sind (wie den Creative Commons-Lizenzen), ist es erlaubt sie zu verwenden, zeigen, teilen und u.U. auch zu verändern. Für solche Materialien hat sich die Bezeichnung als Open Educational Resources oder OER eingebürgert. In diesem Sinn werden OER von der UNESCO wie folgt definiert:

Open Educational Resources (OER) sind Bildungsmaterialien jeglicher Art und in jedem Medium, die unter einer offenen Lizenz stehen. Eine solche Lizenz ermöglicht den kostenlosen Zugang sowie die kostenlose Nutzung, Bearbeitung und Weiterverbreitung durch Andere ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen. Dabei bestimmen die Urheber selbst, welche Nutzungsrechte sie einräumen und welche Rechte sie sich vorbehalten. (UNESCO)

Ein Beispiel dafür sind die Video- und Audioaufzeichnung von romanistischen Vorlesungen, über die das ciberaBlog hier berichtet hat. Zum Thema entstehen momentan umfangreiche Informationswebsites wie open-educational-resources.de oder openeducation.at. Auch die Politik hat nicht nur Open Access, sondern auch OER für sich entdeckt. So nennt etwa der Koalitionsvertrag explizit eine Open Educational Resources-Strategie, auch die UNESCO spricht Empfehlungen dafür aus.

Auch Tagungen und Workshops wie die OERcamps oder das Forum Open Education in Berlin diskutieren das Thema. Wie Lehren und Lernen in einer ‚offenen‘ digitalen Gesellschaft gelingen können, wurde in Berlin am 6. Juni 2018 in Vorträgen und im Rahmen einer Podiumsdiskussion debattiert. Dort drehte sich alles um das Klassenzimmer, das in besonderem Maße Orte des Teilens oder aber der Selektion sein kann – beides Prinzipien, die in der gesamtgesellschaftlichen Wirklichkeit bedeutsam sind und auch die Schule als sozialen Ort sowie als Lernraum prägen. Im Zuge der Digitalisierung müssen auch diese neu verhandelt werden. Dort wurde fogende These formuliert:

Die grundlegenden Funktionen von Schule heutzutage sind Bewertung und Selektion – dies lässt keinen Raum für Solidarität und eine Kultur des Teilens. (Margret Rasfeld via Luca Mollenhauer]

Wie sich diese These und vorhandene Ansätze sowie der politische Wille zu OER zueinander verhalten, wird sich zeigen. Zur Gestaltung einer ‚offenen‘ Kultur in der Schule wurden bei der Tagung zahlreiche Impulse von verschiedensten Akteuren wie dem Chaos Computer Club oder OERinfo gesetzt. Nele Hirsch und Markus Neuschäfer haben hier ihre Thesen formuliert.

Weitere Informationen über OER liefert das Buch Freie Unterrichtsmaterialien finden, rechtssicher einsetzen, selbst machen und teilen von Jöran Muuß-Merholz. Es ist bei Beltz gedruckt erschienen und ist daneben im Open Access verfügbar.

 

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