Finanzierung von Open Access-Veröffentlichungen

Der Zugang zu Open Access-Veröffentlichungen ist kostenfrei, nicht aber der dazugehörige Publikationsprozess. Sowohl die editorische und technische Betreuung als auch das Vorhalten der Infrastruktur kosten Arbeitskraft und Geld. Wenn dies nicht ausschließlich in Eigenleistung abgewickelt werden soll, ist ein Modell zur Finanzierung nötig. Wir geben einen Überblick über grundlegende Modi:

    • Öffentliche Förderung: Manche Projekte oder Dienstleistungen sind öffentlich gefördert oder an eine öffentliche Institution gebunden. Die Publikationsdienstleistungen und Dokumentenserver der Universitätsbibliotheken sowie die Universitätsverlage sind dafür Beispiele. Für die Angehörigen der jeweiligen Hochschule entfallen die Kosten in der Regel aufgrund der öffentlichen Förderung.

 

    • Freemium-Modell: Manche Anbieter bieten eine Dateiversion entgeltfrei und andere kostenpflichtig an. Frei zugänglich ist etwa die html-Version eines Artikels, nicht aber die pdf oder epub der Open Access-Zeitschriften auf der Plattform OpenEdition Journals.

 

    • author pays / ACPs (article processing charges): Diese Modelle erinnert an die klassischen Druckkostenzuschüsse: Der Autor bzw. die Autorin muss die Kosten der Publikation tragen. Für die Veröffentlichung einer OA-Monographie sind hier Zahlungen an den Verlag zu leisten. Im naturwissenschaftlichen Bereich ist auch verbreitet, dass Publizierende für einen Artikel an die veröffentlichende Zeitschrift einen Betrag von teilweise mehreren Tausend Euro zahlen. In der Romanistik sind diese Gebühren für Aufsätze kaum üblich.

 

    • Institutionelle Mitgliedschaften: In verschiedenen Projekten und Modellen werden die Publikationskosten durch Institutionen getragen. Durch die entsprechenden Zahlungen ermöglichen sie ihren Angehörigen das (für sie dann kostenfreie Publizieren in bestimmten Zeitschriften oder auf bestimmten Plattformen. Ein Beispiel dafür ist die Open Library of Humanities. Dieses Portal, das u.a. ein gleichnamiges Megajournal betreibt, wird in Deutschland bislang von 12 Universitätsbibliotheken unterstützt. Vergleichbare Finanzierungsmodelle sind in der Romanistik insgesamt noch selten.

 

    • Hybrides Publizieren: Durch den Verkauf einer zugleich verfügbaren gedruckten Version wird Geld eingenommen. Eine aktuelle Studie des SNF kommt zum Schluss, dass derartige Modelle die Veröffentlichungen sichtbarer machen, aber kaum Einfluss auf die Verkaufszahlen des gedruckten Buches haben (s. dazu auch den Artikel im ciberaBlog vom 30.4.2018).

Wollen Sie „nur“ einen Artikel in einer Open Access-Zeitschrift veröffentlichen, stellen sich diese Fragen für Romanistinnen und Romanisten in der Regel nicht. Kostenfrei ist das Publizieren in romanistischen Open Access-Zeitschriften wie HeLix – Dossiers zur romanischen Literaturwissenschaft, Horizonte. Neue Serie –Nuova Serie, Philologie im Netz (PhiN) und Romanische Studien.

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