Beziehungsweise(n) – Relationen und Relationalität in den Literaturen und Kulturen der Romania

von Markus Trapp — 20.04.2018, 19:10 Uhr

Die DRV-Sommerschule hat mit «Beziehungsweise(n)» ein interessantes Thema gewählt. Alle Nachwuchswissen-schaftler*innen der romanistischen Literatur- und Kulturwissenschaften (M.A.-Student*innen höherer Fachsemester, Doktorand*innen, Postdoktorand*innen), die sich mit den im Call for Papers erwähnten Fragestellungen beschäftigen, sollten eine Bewerbung bis zum 31. Mai 2018 in Erwägung ziehen. Im CfP heißt es:

„Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single“, so heißt es schon lange in der Werbung der in Deutschland bekanntesten Partnerbörsen des Web 2.0., Parship und Elitepartner. Sie versprechen eine durch die App vermittelte Beziehung, die große Liebe, einen Flirt oder auch einen One-Night-Stand. Den User*innen wird ein Pool an potentiellen Matches vorgestellt, denen sie dann durch das Setzen von Likes oder Dislikes ein Interesse an ihrer virtuellen persona signalisieren; sie chatten, sie daten und möglicherweise verlieben sie sich sogar. Gerade die sozialen Praktiken des Netzwerkens und Vernetzens werden in dieser Hinsicht nicht nur zur Bedingung der beruflichen, sondern zunehmend auch der privaten Selbstentfaltung, die sich in ihrer Konsequenz als kulturelles Modell einer Selbstauffaltung des Einzelnen im Netzwerk realisiert. Die durch virtuelle matchmaking services vermittelten Affekte sind folglich relational zu denken. Dating-Plattformen scheinen so den Liebesbrief und das höfische Umwerben in eine für die digital natives angebrachte Form der Fremd- und Selbstbezüglichkeiten transferiert zu haben. Ein Paradigma der Bezüglichkeit, der Arbeit an und für Beziehungen (Relationen) und der Verwiesenheit (Relationalität) des Selbst auf Andere bei der Herausbildung der eigenen Person kann in diesem Sinne als bestimmend für die Mediennutzung der 2010er Jahre herausgestellt werden. Ziel der Sommerschule ist es, Beziehungsweise(n) in ihren soziokulturellen, historischen und gegenwärtigen Dynamiken, aber auch in ihrer ästhetisch modellierten Performativität zu denken.

Während der Sommerschule vom 10.-14. September 2018 an der Universität Rostock wird den Teilnehmer*innen nicht nur die Möglichkeit geboten, ihr jeweiliges Forschungsprojekt zu präsentieren und mit den Expert*innen und Kommiliton*innen zu diskutieren, sondern dieses auch in einem Fachvortrag in Hinblick auf das Themenfeld der Sommerschule zu perspektivieren.

Expert*innen

  • Hermann Doetsch (München)
  • Nanette Rißler-Pipka (Karlsruhe/Siegen)
  • Mirjam Schaub (Halle (Saale)/Berlin)
  • Tanja Schwan (Leipzig)
  • Philipp Wüschner (Berlin)

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