Auswertung der Umfrage des FID Romanistik zu Open Access in der Romanistik

von Christoph Hornung — 09.02.2017, 16:30 Uhr

FID RomanistikDer Fachinformationsdienst Romanistik hat eine Umfrage zu Open Access in der Romanistik durchgeführt. Der Aufruf wurde dabei unter anderem über das ciberaBlog verbreitet. 102 Personen verschiedenen Alters und verschiedener Statusgruppen folgten dem Aufruf und nahmen an der Umfrage teil. Nun liegt die Auswertung vor, die zeigt, dass Open Access auch in der Romanistik als relevantes Thema wahrgenommen wird.

Die Ergebnisse werden dazu genutzt, die neuen Dienstleistungen des FID zum Publizieren im Open Access noch besser an die Bedürfnisse in der Romanistik anzupassen. Neben der ausführlichen Dokumentation haben wir die Diagramme der Umfrageergebnisse zum Download zusammengestellt. Die wichtigsten Erkenntnisse fassen wir im Folgenden für Sie zusammen:

Die Teilnehmenden gehörten mehrheitlich zur Gruppe der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder der Professorinnen und Professoren und bewerteten das Thema OA als wichtig bis sehr wichtig. Die Umfrage zeigt, dass elektronische Publikationen und speziell Open Access-Veröffentlichungen bereits einen bedeutenden Stellenwert im Informationsverhalten der Romanistinnen und Romanisten erlangt haben. Dies betrifft in erster Linie den Bereich von Zeitschriftenartikeln. Die Gesamtwahrnehmung von Open Access und seinen Auswirkungen wird im Großteil der Antworten als positiv oder sehr positiv angegeben. Am häufigsten wurden Vorteile bezüglich des Verbreitungsgrads und Auffindbarkeit genannt. Vorbehalte gibt es am häufigsten in Bezug auf den Schutz der Urheberrechte von Autorinnen und Autoren.

Open Access

Die Antwortenden verstehen unter Open Access in erster Linie den kostenfreien und öffentlichen Zugang zu den Publikationen. An zweiter Stelle firmieren die legale Kopierbar- und Verteilbarkeit von Texten und Abbildungen, an dritter Stelle die legale Nachnutzbarkeit.

Bei der Auswahl eines Publikationsorgans ist laut einem Teil der Antworten ein wichtiges oder sehr wichtiges Kriterium, dass die Publikation frei verfügbar sein wird. In einem größeren Anteil aber werden andere Kriterien als wichtig oder sehr wichtig markiert (Reputation des Verlags, der Zeitschrift oder des Herausgebers, Verfügbarkeit, Auffindbarkeit, Inhalt, Prüfverfahren, Nachweis, Publikationskosten).

Mehr als die Hälfte der Antwortenden hat bereits im Open Access publiziert. Von den restlichen Antwortenden können sich 84 % vorstellen dies künftig zu tun, wenn sie dafür mehr Unterstützung erhalten. Unter den Antwortenden mit Open Access-Erfahrung firmierten unter den tatsächlich Open Access-spezifischen Kriterien der Publikationsentscheidung die Überzeugung vom Open Access-Gedanken sowie die erhöhte Sichtbarkeit. Auch die thematische Ausrichtung und Reputation waren diesen Antwortenden wichtig oder sehr wichtig. Offenbar gibt es bereits Open Access-Publikationsformate, die den Vorstellungen entsprechen, die von Romanistinnen und Romanisten an Ausrichtung und Reputation angelegt werden. Die in Teilen kostengünstigere oder kostenfreie Publikation im Open Access war nur das viertstärkste Kriterium zur Publikation im Open Access und lockt somit weniger, als gelegentlich vermutet wird. In zahlreichen Anmerkungen wird außerdem darauf hingewiesen, dass die Entscheidung für eine Publikation im Open Access nicht von der Verfasserin oder vom Verfasser, sondern von der Herausgeberin oder vom Herausgeber der jeweiligen Publikation getroffen wurde. Die am häufigsten erfolgte Veröffentlichungsform war die Publikation von Artikeln in Open Access-Zeitschriften. Fast alle erfolgten Open Access-Publikationen waren für die Publizierenden kostenfrei.

Von den existierenden Informations- und Beratungsangeboten werden vor allem die Informationsangebote der lokalen Bibliotheken genutzt. Zahlreiche weitere Angebote werden von vielen Antwortenden nicht genutzt oder nicht gekannt (Sherpa/Juliet, Sherpa/Romeo, BASE, DOAJ, Informationsangebote der DFG, open-access.net).

Die gemachten Erfahrungen mit Open Access waren in keinem Fall negativ und zu einem hohen Anteil positiv oder sehr positiv. Die bereits geplanten und sich im Aufbau befindenden Angebote des FID Romanistik werden laut einem Großteil der Antworten als sehr sinnvoll oder sinnvoll erachtet: Informationsseiten zum Publizieren im Open Access, individuelle Beratungsangebote zum Publizieren im Open Access und individuelle Rechtsberatung zu Autorenbedingungen und Lizenzbestimmungen für das Publizieren im Open Access.

Zum Download:

Ihr Kommentar