Cine cubano im 3001-Kino (15.-22.6.)

von Markus Trapp — 07.06.2016, 10:40 Uhr

Viva

Szene aus „Viva„, läuft am Fr., 17.6.

Cine cubano im 3001-Kino Dass das 3001 Kino im Hamburger Schanzenviertel ein ausgezeichnetes Programm an Arthouse-Kino mit einem Schwerpunkt auf dem Kino aus Lateinamerika und Spanien hat, wissen die Kenner der Kinoszene in der Hansestadt längst. Und dies nicht nur wegen der Filmtage zu Lateinamerika und Spanien, auf die wir im ciberaBlog Jahr für Jahr hinweisen. Auch über das Jahr verteilt gibt es viele spanisch- und portugiesischsprachige Filme zu sehen, in Kürze zum Beispiel in der Reihe Cine Cubano. Kuba hat ob seiner besonderen Situation eine ganz eigene Filmtradition und ein hochwertiges aktuelles Kino, dass es trotz der schwierigen Produktionsbedingungen immer wieder schafft, das internationale Publikum auf Filmfestivals zu beeinträchtigen. Damit das kubanische Kino nicht nur Filmfestivalbesuchern erschlossen wird, gibt es solche Reihen. dafür ist dem 3001 Kino gar nicht genug zu danken. Also Terminkalender gezückt (bzw. Termin-App geöffnet) und fleißig die noch freien Termine aus er zeit zwischen dem 15. und 22. Juni 2016 mit diesen Filmen befüllen:

Cuba Libre, Mi., 15.6. um 19.00 Uhr

Spanisch mit englischen Untertiteln; Spielfilm; Kuba 2015; Regie: Jorge Luis Sánchez Gonzáles; mit: Jo Adrian Haavind, Isabel Santos, Adael Rosales, Manuel Porto, Alejandro Guerrero, Christian Sánchez; 120 Min.

1898. Die beiden Jungen Samuel und Simon erleben das siegreiche Ende des kubanischen Unabhängigkeitskriegs gegen die Spanier, die sich aus Cuba zurückziehen. Aber ist die Unabhängigkeit wirklich errungen? Das nordamerikanische Heer, das mit den Kubanern verbündet war führt sich mehr und mehr als Besatzungsarmee auf …

Juan de los muertos, Mi., 15.6. um 22.00 Uhr

Spanisch mit Untertiteln; Kuba 2011; Regie: Alejandro Brugués; mit Alexis Díaz de Villegas, Jorge Molina, Andrea Duro; 92 Min.

Der erste kubanische Zombiefilm hat einen beachtlichen Splatter-Faktor, gesellschaftskritische Untertöne und ist ziemlich schräg und lustig: Auf Kuba geschehen mysteriöse Angriffe, die Opfer werden entstellt in Blutlachen zurückgelassen. Das Staatsfernsehen ist sich sicher: Das Unheil kommt mal wieder aus Amerika. Doch der Faulenzer Juan deckt die Ursache auf: eine Zombieplage. Was tun Kubaner in Krisenzeiten üblicherweise? Sie werden Kapitalisten. Sein Geschäft „Juan of the Dead“ ist geboren, das seine Kunden für Geld von den Angehörigen befreit, die es schmerzlicherweise erwischt hat.

www.juanofthedeadmovie.com

Kubanische Kurzfilme, Do. 16.6. um 19.00 Uhr

Èpica

Kurzfilm; Kuba 2015; Regie: Eduardo del Llano; mit: Luis Alberto García, Carlos Gonzalvo, Néstor Jiménez; 25 Min.; spanische Originalfassung mit englischen Untertiteln

Nicanor hat eine gebrauchte Zeitmaschine gekauft und reist aus dem Jahr 2015 auf der Suche nach Revolutionsromantik ins Kuba der 60er Jahre. Dort begegnet er in einer Bar einem Fremden, ein Gespräch mit unerwarteten Folgen …Épica ist eine vergnügliche Gesellschaftssatire, die die Euphorie der 60er Jahre mit einer eher ernüchternden Jetztzeit kontrastiert und damit das Publikum in beim Filmfest Havanna begeisterte.

Código Color, Memorias

Kurzfilm; Kuba/USA 2015; Regie: William Sabourin O’Reilly; 28 Min; spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Der Dokumentarfilm nimmt die komplexen Vorurteile zwischen Schwarz und Weiß in Santiago de Cuba vor der Revolution in den Blick. Wie entwickelte sich Zusammenleben und Begegnung von Menschen unterschiedlicher Hautfarbe in unserer Gesellschaft? Mit seiner Bildsprache und einem frischen Stil versucht O’Reilly sich dem Thema anzunähern, indem er sich am Konzept der Farbe entlangtastet.

Arte

Kurzfilm; Kuba 2015; Regie: Eduardo del Llano; mit: Luis Alberto Garcia, Néstor Jiménez, Yoelvis Lobaina; 24 Min.; spanische Originalfassung mit englischen Untertiteln

Nicanor tritt als Künstler auf und zeigt seine Werke in einer Galerie. Dort gibt es einige Verwicklungen und peinliche Verwechselungen. „Arte“ beschäftigt sich mit den Schwierigkeiten der Kommunikation zwischen der Öffentlichkeit, dem Künstler und der Staatsmacht.

Viva, Fr., 17.6. um 19.00 Uhr

Spanisch mit Untertiteln; Spielfilm; Irland 2015; Regie: Paddy Breathnach; mit: Jorge Perugorría, Luis Alberto García, Héctor Medina, Paula Alí, Jorge Martínez; 98 Min.

Jesus, ein 18-jähriger Kubaner auf der Suche nach seiner Identität, arbeitet als Maskenbildner in einer Travestie-Show in Havanna, will aber selbst auftreten. Als seine Chance kommt, begegnet er seinem vor 15 Jahren verschwundenen Vater und beide kämpfen um Verständnis und Zuneigung.

La Cosa Humana, Sa., 18.6. & Mo., 20.6. um 19.00 Uhr

Spanisch mit englischen UntertitelnSpielfilm; Kuba 2015; Regie: Gerardo Chijona; mit: Héctor Medina, Enrique Molina, Carlos Enrique Almirante, Vladimir Cruz, Mirielis Cejas; 85 Min.

Ein junger Dieb, der ein Schriftsteller werden will, stiehlt einem bekannten Autor das Manuskript seines „Meisterwerkes“ und bewirbt sich mit eben diesem in einem Wettbewerb, in dem Dieb und Autor, ohne es zu wissen, zu Konkurrenten werden.

La Emboscada, So., 19.6. um 19.00 Uhr

Spanisch mit englischen Untertiteln; Spielfilm; Kuba 2014; Regie: Alejandro Gil Álvarez; mit: Tomás Cao, Patricio Wood, Caleb Casas; 96 Min.

Der erste kubanische „Antikriegsfilm“: in einem nicht genannten afrikanischen Land fern der Heimat gerät die Truppe in einen Hinterhalt. Der Feind wird nie gezeigt, man sieht aber die eigenen Leute wiederholt aus der Perspektive des Gegners. Die Bedrohung durch den allwissenden Feind schweißt die kräftig dezimierte Truppe zusammen und spaltet sie zugleich. Alles Heldenhafte verschwindet angesichts der unsichtbaren Bedrohung.

Caballos, Di., 21.6. um 19.00 Uhr

Spanisch mit englischen Untertiteln; Spielfilm; Kuba 2015; Regie: Fabián Suárez; mit: Carlos Alejandro Halley, Pablo Guevara, Linnett Hernández, Milton García, Edith Massola, Lionel Cabrol, Juan Miguel Más; s/w; 95 Min.

Robi ist ein junger Fotograf, der zerrissen ist zwischen der Liebe und Dankbarkeit für seinen Förderer Solomon, der an AIDS erkrankt ist, und seiner Liebe zu Galaxy, die Kuba verlassen und nach Frankreich auswandern will. Der in s/w gedrehte Film stellt Bezüge zur Biographie des britischen Fotografen Robert Mapplethorpe und dem Coverbild zu Patti Smiths Album „Horses“ her.

Fresa Y Chocolate, Mi. 22.6. um 19.00 Uhr

Spanisch mit Untertiteln; Spielfilm; Kuba/Mexico/Spanien 1993; Regie: T.G. Alea & J.C. Tabío,Mit: Jorge Perugorría, Vladimir Cruz; 108 Min.; 35mm

David und Vivián sind ein Traumpaar. Doch der Traum endet abrupt: Vivián findet einen anderen, einen Mann mit Kontakten, mit dem sie die Insel verlassen kann. Da lernt David den schönen, romantischen und schwulen Diego kennen. In hinreißenden Szenen gelingt es Diego, die kleinbürgerlichen Ängste Davids abzubauen, bis dieser schließlich begreift, dass Diego seinem Land viel verbundener ist, als viele seiner linientreuen Kameraden.

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