Biografien und Netzwerke im Kaffeehandel zwischen Deutschland und Zentralamerika 1920–1959

von Markus Trapp — 28.04.2014, 15:21 Uhr

'Biografien und Netzwerke im Kaffeehandel zwischen Deutschland und Zentralamerika 1920–1959' von Christiane Berth ciberaBlog-Gastautorin Christiane Berth hatte neben anderen Artikeln hier im Blog der Virtuellen Fachbibliothek cibera unter dem Titel («Netzwerke zwischen Norddeutschland und Zentralamerika» auch schon ihre Forschungsarbeit im Rahmen des DFG-geförderten Projektes «Kaffee-Welten» vorgestellt. Die inzwischen abgeschlossene Dissertation ist nun in der Reihe Hamburger Historische Forschungen sowohl im Open Access als auch in gedruckter Version veröffentlicht worden. Dazu schreibt Verlagsleiterin Isabella Meinecke im Stabi-Blog:

Alle Publikationen von Hamburg University Press, dem Stabi-Verlag, sind online frei verfügbar (so genannter Open Access). Auch die folgenden Titel können Sie auf den Webseiten des Verlags als Gesamtdatei wie auch in einzelnen Beiträgen entsprechend ansehen und herunterladen. Zusätzlich können die Werke in gedruckter Form als Hardcover direkt beim Verlag bestellt oder über den Buchhandel erworben werden.

Kaffee ist nicht nur ein beliebtes Getränk, sondern vernetzte auch unterschiedliche Welten: Der Kaffeehandel band Hamburg und Bremen in transnationale Netzwerke ein, die sich zwischen Europa und Lateinamerika erstreckten.
Zentralamerika war für den globalen Kaffeehandel wichtig, weil die Region als erste die „nasse“ Form der Aufbereitung einführte. Die hohe Qualität dieser „gewaschenen“ Kaffees machte sie auf dem Weltmarkt begehrt. Deutsche Einwanderer prägten die Handelsverbindungen zwischen den zentralamerikanischen Kaffee-Anbauregionen und den norddeutschen Hafenstädten: Sie gründeten Exportfirmen, erwarben Kaffeeplantagen und beteiligten sich an der Vorfinanzierung der Ernten.
Christiane Berth analysiert Biografien und Netzwerke deutscher Kaffee-Akteure in Guatemala, Costa Rica und Chiapas. Dabei zeigt sie, wie deren Handelsnetzwerke durch wirtschaftliche Krisen und neue außenpolitische Konstellationen brüchig wurden, im Nationalsozialismus unter Druck gerieten und während des Zweiten Weltkrieges zerbrachen. Trotzdem blieben auch in der Nachkriegszeit Handelsbeziehungen zwischen Nationalstaaten, Netzwerke in der Kaffeebranche und Biografien der Kaffee-Akteure eng miteinander verknüpft.

Erschienen online open access als PDF und als Printausgabe: 561 S., 53 Abb. s/w, 15,5 x 22,0 cm, Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen, ISBN 978-3-943423-10-5, 39,80 EUR
Bestellbar unter: order.hup@sub.uni-hamburg.de; Fax: 040/42838-3352 sowie über den Buchhandel.

berth-kaffeehandel1 Ein Zitat aus der Einleitung der Untersuchung:

Christiane Berth beschäftigt sich mit Kaffeehandel. Damit greift die an der Hamburger Universität angenommene solide gearbeitete Dissertation ein für die Hansestadt typisches Thema auf. Sie untersucht erstmals auf breiter Quellengrundlage Biografien und Netzwerke im Kaffeehandel zwischen Deutschland und Zentralamerika in der Zeit von 1920 bis 1959. Der Kaffeehandel zwischen den Kontinenten basierte auf intensiven transatlantischen Netzwerken. Gerade norddeutsche Einwanderer nahmen in der Kaffeeproduktion, im Kaffee Export, in den für die Finanzierung wichtigen Banken sowie in den erforderlichen Transportunternehmen eine herausragende Stellung ein. Sie agierten im lokalen wie im internationalen Rahmen.

In ihrer gut lesbaren Studie analysiert Christiane Berth diese Netzwerke in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und arbeitet heraus, wie diese sich in unterschiedlichen Krisensituationen bewährten.

Wenn Sie der Band interessiert, bitte hier entlang, wie immer bei Hamburg University Press, können Sie den Titel online frei herunterladen oder in der gedruckten Version kaufen.

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