Miguel Artime: Wie Google uns immer schlauer macht

von Markus Trapp — 02.02.2009, 18:52 Uhr

Miguel Artime: De cómo Google nos hace más listos Vorbemerkung: Google, oder auch das Internet in seiner Gesamtheit, macht uns erstmal weder schlau noch dumm. Das Internet ist ein Werkzeug der modernen Wissensgesellschaft, nicht mehr, aber auch nicht weniger. So viel vorneweg, ehe ich Ihnen einen spanischen Artikel zur Lektüre empfehle. Der Diskurs, auf den er sich bezieht, wurde im Sommer des vergangenen Jahres 2008 von Harvard-Professor Nicholas Carr ausgelöst, dessen provokante These für heftigen Widerspruch gesorgt hat. Carr stellt in seinem in der Zeitschrift The Atlantic erschienenen Artikel »Is Google Making Us Stupid?« die Behauptung auf, das Internet reduziere die Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit in der modernen Wissensgesellschaft. Kurzum: Google – als Symbol für das Internet – mache dumm. Die Zeit Online hatte zu diesem Thema zur Diskussion eingeladen. Widerspruch gab es massenhaft. Hier soll nur als Beispiel die Reaktion des Medienpsychologen Professor Jo Groebel genannt werden, die er in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung zum Ausdruck brachte.

Zum besagten Artikel von Miguel Artime: Eine lesenswerte und in seiner Argumentation sehr überzeugende Entgegnung auf die zumindest fragwürdige Positionierung des Technik-Kritikers Carr liefert in diesen Tagen der Spanier Miguel Artime in seinem Blog Maikelnai. Der studierte Informatiker aus Asturien, Jahrgang 1971, veröffentlicht regelmäßig auch Artikel in dem erfolgreichen Gruppenblog Barrapunto. Auf Maikelnai reflektioniert er unter dem Titel
De cómo Google nos hace más listos:

Personalmente a mi (o a mi consciencia), la idea de considerar a Inernet/Google como una fuente externa de mi “mente extendida”, no me produce ninguna clase de rechazo… hasta simpatizo con ella. ¿Será este el primer paso hacia el transhumanismo? Tal vez…

Si me preguntas si Google me ha idiotizado o me ha hecho más inteligente, te respondería que me ha hecho la vida más cómoda y agradable gracias a las nuevas posibilidades de acceso al conocimiento que me ha brindado. ¿Soy más tonto por poder acceder fácilmente al saber sin necesidad de acudir a la biblioteca?

Der letzte Punkt (»sin necesidad de acudir a la biblioteca«) ruft in mir als wissenschaftlichem Mitarbeiter in einer Bibliothek natürlich Widerspruch hervor, weil die Gegenüberstellung Internet – Bibliothek angesichts der nicht unerheblichen elektronischen Dienstleistungen der Bibliotheken schon lange ihre Gültigkeit verloren hat. Sie lesen mit dem ciberaBlog gerade eine aus bibliothekarischer Initiative entstandene Publikation, in der wir gemeinschaftlich an der Wissensvermittlung arbeiten. 😉 Wenn Miguel Artime von »acudir a la biblioteca« spricht, meint er damit sicherlich den Zugriff auf gedruckte Literatur. Auch daran arbeiten wir in der Virtuellen Fachbibliothek cibera: den Menschen den Zugang zu (auch und gerade gedruckten) Informationen aus Lateinamerika, Spanien und Portugal zu vereinfachen. Dümmer machen wir Sie damit hoffentlich nicht. Doch lesen Sie selbst und lassen Sie sich nicht vom dreiseitigen Umfang des Artikels (gemessen am Format DIN A4) abschrecken. Sie werden danach schlauer sein:

De cómo Google nos hace más listos.

[via Libro de Notas]

  1. 2 Kommentare to “Miguel Artime: Wie Google uns immer schlauer macht”

  2. Gravatar

    Maikelnai sagt am 03.02.2009 um 21:53 Uhr

    Danke Markus 😉


  3. Gravatar

    Markus Trapp sagt am 03.02.2009 um 23:10 Uhr

    Maikelnai: Wir haben Dir zu danken für Deinen Artikel.


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